Guido am 23. Oktober, 2010
Wann genau der 18. beginnt kann ich nicht sagen, da ich aus dem Handy irgendwann den Akku rausgenommen habe – es sah mir viel zu nass aus (Kondenswasser aufgrund der Luftfeuchtigkeit und der niedrigen Temperaturen). Sagen wir mal etwa dann, als es windstill und trocken war, was ein prima Zeitpunkt war, die 2 Hülsen Becks wieder rauszulassen.
Von da an, gab es keinen Regen mehr, sondern Wind – allerdings nicht aus Süd (da, wo meine Felsformation stand), sondern aus Norden. Da war mein Zelt zwar nicht so ganz ungeschützt, aber dennoch weit exponierter, als gegen Süden. Fortan rappelte es ohne Ende am Zelt. Der Nordwind war zudem zwar trocken, aber eisig kalt. Fein, dachte ich mir, pustet er doch die ganze Feuchtigkeit aus dem Zelt raus – machte aber auch nen Höllenlärm. Da ich zudem 10km Strecke und 800 Höhenmeter vom nächsten Menschen entfernt war, kam so ne spannende Stimmung auf. Immerhin bewegten sich die Ecken des Zelts kein Stück und das ist ja ein gutes Zeichen. Vom Aufstieg ermüdet hab ich ein paar Stunden Schlaf genommen und bin dann wieder vom Geflatter des Außenzeltes wach geworden. Nicht mehr im Schutz der Felsen ging das echt heiß her. Egal, ich hab das Zelt schon länger und es hat schon ganz gut was an sturm mitgemacht. Der hier war allerdings (gefühlt) mit Abstand der schlimmste. Irgendwann gab es komische Geräusche und ich machte die Lampe an:
Das Kondenswasser, das sich zwangsläufig in einem Zelt bei niedrigen Temperaturen entwickelt, gefror an der Innenseite des Außenzeltes und wurde durch den Sturm gebrochen und runtergeschüttelt. Hatte ich noch nie
Ich wurde immer wieder mal vom Wind wach, hab aber unterm Strich ganz ordentlich geschlafen. Die Kälte war kein Problem, ich hab die lange Unterhose angelassen und nen Fleece zusätzlich überm Oberkörper gehabt. Fleece Mütze überm Kopf und die Kaputze des Schlafsacks da noch drüber. Unterm Strich waren das vielleicht 5 Grad Minus, allerdings Wind von bestimmt Stärke 8 oder so. Gut, einen Teil der Ausrüstung hab und kenne ich schon von meinen Schottland Touren, aber das hier ist echt ne andere Liga. Es passte aber alles und ich wurde am Morgen belohnt:
Sonnenaufgang über dem Myrdarsjökull, der genau auf den Eyjajallajökull leuchtete. Dazu nen Blick aufs Meer (der Skogarfoss ist vllt. 2 km vom Meer entfernt).
Das sind so die Augenblicke, die man nicht vergisst!
Es war nur mäßig windig und ich konnte das Zelt unfallfrei abbauen und verstauen. es gab ein Paar Kekse aus der Prinzelrolle zum Frühstück. Ich hätte zwar noch was warmes zubereiten können, aber ich wollte das gute Wetter nutzen, um so schnell wie möglich wieder in Richtung Skogafoss zu kommen – und die Fotos zu schießen, die ich aufgrund es Wetters tags zuvor nicht machen konnte. Meine Lumix ist leider nicht wasserfest.
Und was für Bilder das sind! An Rohdaten hab ich 260 Bilder geschossen, gesten und heute! Ich konnte es die ganze Zeit nicht fassen, welch atemberaubendes Panorama zu sehen war! Anfangs noch beide Gletscher, wieter unten nur der des Eyjafjalla, aber auch der kann richtig was! Und dann der Skoga Fluss, der durch die zahlreichen Bäche und Wasserfälle anschwoll und seinerseits einen Wasserfall nach dem anderen hatte. Das ließ mich wirklich alle Anstrengungen des Vortages vollkommen vergessen.
Wieder unten erstmal in den Waschraum des Hostels – selbiges ist zwar schon zu, aber die sanitären Einrichtungen sind offen. Da sah ich wieder aus wie ein Mensch und wollte die geliehene Karte zurückbringen – die war nur leider durch das unwetter ruiniert. Es war aber ja nun schon Montag und es war Nachschub eingetroffen. Mit dem Leider des Heimatmuseums hab ich dann noch nett nen Kaffee getrunken (er ist sicher schon weit über 80) und wieder in meinen kleinen Polo.
Meinem Zeitplan war ich durch den rip auf dem berg etwas hinterher – grad 20% der Insel umrundet, und das schon auf der “kurzen” Route gerechnet. Daher hab ich mir die Gletscher des Myrdarsjökull geschenkt und bin gleich zum Vatnajökull weiter. Der war allerdings gar nicht mal so spannend, bis auf dass ich an einer der Gletscherzungen die Truppe aus OVP wieder getroffen hab, die ich schon am Geysir kennengelernt hatte. Egal, mein “Whisky on the Rocks” Foto gemacht und beim Hostel in Höfn angerufen, ab noch was frei ist.
Der Weg von dem Aussichtspunkt zurück ist grob geschottert und das Auto fuhr sich komisch – also mal Reifen checken. Reifen waren heil, aber:
SOMMERREIFEN!!! Ich dacht, ich dreh ab. Ich hatte beim Check am Flughafen auf Beulen, Kratzer usw geachtet, aber nicht auf Reifen. Auf die Idee, in Island Mitte Oktober noch Somerreifen zu haben, bin ich gar nicht gekommen… Also bei der Vermietung angerufen und das wurde auf die Isländische Art geregelt: “Oh, wir wechseln immer im Oktober, da haben Sie wohl das falsche Auto. Sind Sie in Reykjavik?”
war ich nun leider so gar nicht mehr, wollte ich doch die Nacht in Höfn verbringen und dann am nächsten Morgen weiter nach Egilsstadir. Macht nix, dort gibts auch nen Avis-Budget Schhalter am Flughafen und ich schlug vor, dass ich dort das Auto tausche. Konnte sie mir nicht versprechen und gab mir ne Handy Nummer, wo natürlich keiner abnahm. Ich hatte aber ein gutes Gefühl bei der Sache und beschloss, nach Egilsstadir zu schippern. Das sind so um die 250km ab Höfn.
Ach so: Das Hostel war wirklich schön, modern eingerichtet und nicht zu teuer. Leider kein Inet, aber auch echt nicht verkehrt.
Wann genau der 18. beginnt kann ich nicht sagen, da ich aus dem Handy irgendwann den Akku rausgenommen habe – es sah mir viel zu nass aus (Kondenswasser aufgrund der Luftfeuchtigkeit und der niedrigen Temperaturen). Armbanduhr trag ich seit Jahren keine – nervt nur. Sagen wir mal etwa dann, als es windstill und trocken war, was ein prima Zeitpunkt war, die 2 Hülsen Becks wieder rauszulassen
Von da an, gab es keinen Regen mehr, sondern Wind – allerdings nicht aus Süd (da, wo meine Felsformation stand), sondern aus Norden. Da war mein Zelt zwar nicht so ganz ungeschützt, aber dennoch weit exponierter, als gegen Süden. Fortan rappelte es ohne Ende am Zelt. Der Nordwind war zudem zwar trocken, aber eisig kalt. Fein, dachte ich mir, pustet er doch die ganze Feuchtigkeit aus dem Zelt raus – machte aber auch nen Höllenlärm. Da ich zudem 10km Strecke und 800 Höhenmeter vom nächsten Menschen entfernt war, kam so ne spannende Stimmung auf. Immerhin bewegten sich die Ecken des Zelts kein Stück und das ist ja ein gutes Zeichen. Vom Aufstieg ermüdet hab ich ein paar Stunden Schlaf genommen und bin dann wieder vom Geflatter des Außenzeltes wach geworden. Nicht mehr im Schutz der Felsen ging das echt heiß her. Egal, ich hab das Zelt schon länger und es hat schon ganz gut was an Sturm mitgemacht. Der hier war allerdings (gefühlt) mit Abstand der schlimmste. Irgendwann gab es komische Geräusche und ich machte die Lampe an:
Das Kondenswasser, das sich zwangsläufig in einem Zelt bei niedrigen Temperaturen entwickelt, gefror an der Innenseite des Außenzeltes und wurde durch den Sturm gebrochen und runtergeschüttelt. Hatte ich noch nie
Ich wurde immer wieder mal vom Wind wach, hab aber unterm Strich ganz ordentlich geschlafen. Die Kälte war kein Problem, ich hab die lange Unterhose angelassen und nen Fleece zusätzlich überm Oberkörper gehabt. Fleece Mütze überm Kopf und die Kapuze des Schlafsacks da noch drüber. Unterm Strich waren das vielleicht 5 Grad Minus, allerdings Wind von bestimmt Stärke 8 oder so. Gut, einen Teil der Ausrüstung hab und kenne ich schon von meinen Schottland Touren, aber das hier ist echt ne andere Liga. Es passte aber alles und ich wurde am Morgen belohnt:
Sonnenaufgang über dem Myrdarsjökull, der genau auf den Eyjajallajökull leuchtete. Dazu nen Blick aufs Meer (der Skogarfoss ist vllt. 2 km vom Meer entfernt).
Das sind so die Augenblicke, die man nicht vergisst!
Es war nur mäßig windig und ich konnte das Zelt unfallfrei abbauen und verstauen. Es gab ein Paar Kekse aus der Prinzelrolle zum Frühstück. Ich hätte zwar noch was Warmes zubereiten können, aber ich wollte das gute Wetter nutzen, um so schnell wie möglich wieder in Richtung Skogafoss zu kommen – und die Fotos zu schießen, die ich aufgrund es Wetters tags zuvor nicht machen konnte. Meine Lumix ist leider nicht wasserfest.
Und was für Bilder das sind! An Rohdaten hab ich 260 Bilder geschossen, gesten und heute! Ich konnte es die ganze Zeit nicht fassen, welch atemberaubendes Panorama zu sehen war! Anfangs noch beide Gletscher, weiter unten nur der des Eyjafjalla, aber auch der kann richtig was! Und dann der Skoga Fluss, der durch die zahlreichen Bäche und Wasserfälle anschwoll und seinerseits einen Wasserfall nach dem anderen hatte. Das ließ mich wirklich alle Anstrengungen des Vortages vollkommen vergessen.
Wieder unten erstmal in den Waschraum des Hostels – selbiges ist zwar schon zu, aber die sanitären Einrichtungen sind offen. Da sah ich wieder aus wie ein Mensch und wollte die geliehene Karte zurückbringen – die war nur leider durch das unwetter ruiniert. Es war aber ja nun schon Montag und es war Nachschub eingetroffen. Mit dem Leider des Heimatmuseums hab ich dann noch nett nen Kaffee getrunken (er ist sicher schon weit über 80) und wieder in meinen kleinen Polo.
Meinem Zeitplan war ich durch den Trip auf dem Berg etwas hinterher – grad 20% der Insel umrundet, und das schon auf der “kurzen” Route gerechnet. Daher hab ich mir die Gletscher des Myrdarsjökull geschenkt und bin gleich zum Vatnajökull weiter. Der war allerdings gar nicht mal so spannend, bis auf dass ich an einer der Gletscherzungen die Truppe aus OVP wieder getroffen hab, die ich schon am Geysir kennengelernt hatte. Egal, mein “Whisky on the Rocks” Foto gemacht und beim Hostel in Höfn angerufen, ab noch was frei ist.
Der Weg von dem Aussichtspunkt zurück ist grob geschottert und das Auto fuhr sich komisch – also mal Reifen checken. Reifen waren heil, aber:
SOMMERREIFEN!!! Ich dacht, ich dreh ab. Ich hatte beim Check am Flughafen auf Beulen, Kratzer usw geachtet, aber nicht auf Reifen. Auf die Idee, in Island Mitte Oktober noch Somerreifen zu haben, bin ich gar nicht gekommen… Also bei der Vermietung angerufen und das wurde auf die Isländische Art geregelt: “Oh, wir wechseln immer im Oktober, da haben Sie wohl das falsche Auto. Sind Sie in Reykjavik?”…
…war ich nun leider so gar nicht mehr, wollte ich doch die Nacht in Höfn verbringen und dann am nächsten Morgen weiter nach Egilsstadir. Macht nix, dort gibts auch nen Avis-Budget Schhalter am Flughafen und ich schlug vor, dass ich dort das Auto tausche. Konnte sie mir nicht versprechen und gab mir ne Handy Nummer, wo natürlich keiner abnahm. Ich hatte aber ein gutes Gefühl bei der Sache und beschloss, nach Egilsstadir zu schippern. Das sind so um die 250km ab Höfn.
Ach so: Das Hostel war wirklich schön, modern eingerichtet und nicht zu teuer. Leider kein Inet, aber auch echt nicht verkehrt. Immerhin gabs abends eine lustige Gesprächsrunde mit nem Finnen und nem Pärchen aus Deutschland.
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