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Daimos.de

Ein kleiner Mond, ein schönes Blog :)

Die Sonne geht über dem Hrutafjörður an meiner kleinen Hütte auf, während die ersten Sonnenstrahlen über den schlafenden Polo scheinen. Es ist eisig kalt und ich mache erstmal in aller Ruhe Frühstück. Heute verbrate ich den Tag “Puffer”, den ich für den Norden eingeplant hatte in der Halbinsel Snæfellsnes südlich des Hvammsfjörður und habe somit alle Zeit der Welt. Während das Eis vom Polo taut höre ich Wintersun und staune über die Farben des Wassers.

Die Fahrt in Richtung Stykkishólmur führt mich mal wieder über Schotter entlang malerischer Fjorde und Nebenfjorde. Mein Etappenziel ist das Hostel in Grundafjördur, wobei ich noch nen Abstecher zum Snæfellsjökull plane.  In Stykkihólmur gibt es Fisch und endlich eine Apotheke, mein linkes Knie ist wohl entzündet und mit viel Laufen ist leider nicht :( Voltaren sollte aber helfen.

Die Sicht am Breiðafjörður ist so gut, dass ich sogar nen guten Blick auf die Halbinsel im Nordwesten habe. Grundafjörður habe so gegen 15:00 Uhr einfach liegen lassen und bin durch Olafsvik weiter nach Westen. Es gibt einen “Feldweg” bei Olafsvik, der einmal die Halbinsel am Snæfellsjökull verkürzt, also nix wie rauf. Das war erst ne grobe Schotterpiste, die dann so langsam steiniger und vor allem eisiger wurde. 2 junge Damen kamen mir im Jeep entgegen und guckten mich an, als ob sie noch nie nen Polo mit 60PS und Dreizylindermotor aufm Berg gesehen hätten.

Irgendwann wurde es aber mit der Bodenfreiheit eng und ich bin noch ein wenig zu Fuß hoch. Nach ein paar Fotos Wenden in 25 Zügen und langsam zurück ins Hostel nach Grundafjörður. Dort traf ich genau die beiden jungen Schweizerinnen mit dem Jeep :) Zusätzlich traf noch eine Gruppe Schweden ein, die je geschätzt 5k am Fotoausrüstung auf dem Tisch liegen hatten. Wir kamen alle aus der IT und ein weiterer IT-Mensch aus Berlin (mit ner ebenso teuren Nikon $wasweissichwas) gesellte sich dazu. Wir kamen überein, dass “Fotograf in Island” der einfachste Job der Welt ist. Abdrücken, und man hat ein tolles Bild :D . Meine kleine Panasonic Kompaktkamera (immerhin ne DMC-TZ8) war auf einmal auf dem Niveau einer Quicksnap…

Es war ein klasse Abend, wir tranken ein paar Bier und stellten fest, dass die Schweden den gleichen Polo hatten wie ich. Gegen 10 waberte es grünlich am Himmel…

NORDLICHTER!!!

Also ab in den Schweden-Polo und raus aus der Stadt. Die beiden packten sofort irgendwelche riesigen Stative und Infrarot-Auslöser und was weiß ich was aus und postierten ihr Equipment. Meine Lumix kam aufs Polo Dach an die Antenne angelehnt und mit dem Schlüssel unter dem Objektiv hab ich die Neigung in den Himmel “eingestellt”. 60 Sekunden Belichtungszeit, ISO80, Blende F3,3 und ab dafür :)

Alle waren sich einig, dass das atemberaubende Bilder waren! Für mich war es das erste Mal im Leben, dass ich Polarlichter sehe. Was es wissenschaftlich ist ist mir absolut klar und das ist auch gar nichts besonderes, aber das einmal Live gesehen zu haben war schon ein Erlebnis.

Eine andere Gruppe am selben Platz fuhr vor uns wieder zurück, sie ließen das Licht aus, bis deren Autoscheinwerfer unsere Bilder nicht mehr beeinträchtigten :)

Island Tag 7 – Myvatn – Haus am Fjord

Guido am 7. November, 2010

Über Nacht hat es kräftig geschneit, aber egal, hab ja meine ganz tollen nagelbewehrten Reifen…

Also mit der Französin Richtung Kraftla gefahren – wieder so ne Nebenstraße. Die erste Schneeverwehung war kurz, da schoss der Polo noch durch. Bei der 2. vielleicht 50m danach hab ich gemerkt, dass das Autochen da keine Schnitte hat. Full Stop. Bisschen Räder frei buddeln brachte auch nix, der arme Polo lag komplett auf.

Glücklicherweise war nen Geothermie Kraftwerk ganz in der Nähe, und ich stiefelte hin und klopfte an der Tür. Es stand ein Toyota Pick-Up mit nicht-serienmäßiger Bereifung vor der Tür :)

Ein Isländer im Blaumann machte auf und fragte ganz freundlich, ob er mir helfen kann. Ich sagte ja, ich hätte da ne Schneewehe etwas unterschätzt. Er guckte aus dem Fenster, sah den armen Polo und die Frz., die verzweifelt buddelte (auch wenn ich ihr schon 3x gesagt hatte, dass wenn sie graben will, dann bitte den Schnee _unter_ dem Auto weg, alles andere sei sinnfrei).

Er rief noch nen Kollegen und die 2 zogen uns raus. Übers Gelände des Kraftwerks kamen wir auch an Wehe Nr.1 vorbei und schipperten zurück nach Reykahild. Die Frz. war immernoch vollkommen aufgeregt und wir kamen an Hverir vorbei, wo jede Menge Dämpfe aufstiegen. Wenn wir schon mal da sind, dachte ich laut, dann schaun wir uns das mal aus der Nähe an. Sie willigte ein und wir fuhren hin.

Das ist so nen Gelände, wo heiße Schwefel-Quellen alles mögliche sprudeln lassen. Es war beeindruckend – selbst auf den Bergen in der Gegend gab es solche heiße Quellen. Mittlerweile war ich in die Rolle des “Älteren” geschlüpft, die geschätzt mitte Vierzig Frz. hüpfte vor Freude rum, wie ein Teenie. Sie hat kein Auto hier und fährt Bus, läuft oder trampt. Hverir ist rund 10km von Reykahold weg, also mit dem Auto ganz nah und zu Fuß ganz weit weg. Ich setzte sie dann an der Therme in Reykahold ab und fuhr südlich um den Myvatn See. Wenn es neben dem Skoga Tal eine Region gibt, dies es wert ist, auch 2 Tage zu bleiben, dann Myvatn!

Weiter nach Akureri – das war ne echte Rutschpartie. Die Stadt selbst ist nett, hätte ich nen Tag mehr gehabt, hätte ich ihn hier reingesteckt. Dadurch, dass ich aber gestern wieder in Myvatn geblieben bin (was anhand der Straßenverhältnisse das einzig Richtige war! Unterfrorene Stellen unter Neuschnee bei Dunkelheit ist  NO-GO!), muss ich jetzt etwas Kilometer machen. Also weiter – ich beschließe, in
Saeberg am Hrutafjördur das Hostel zu nehmen.

Eine halbe Stunde vor Akureri war dann links noch der Goddafoss: Diesmal kein Superlativ, aber einfach schön. Dort turnte ne Truppe japanische Turnschuh-Touristen rum und wir kamen kurz ins Gespräch. Es war ganz lustig, unter dem Schnee waren hier und da etwas tiefere Pfützen und das Eis trug noch nicht – ich krachte mit meinen hohen Bergstiefeln hier und da ein, egal. Die Japaner bekamen dabei jedesmal _richtig_ kalte Füße :)

Telefonisch heißt es “ja, das Haus ist leer – machs Dir bequem, ich komm abends mal rein. Die Tür ist offen.” Nach einer Woche Island  wundert mich das gar nicht mehr und ich fahr hin. Navi kennt das nicht, also geb ichs auf der Karte von Hand ein. Es tippt auf 16:08, ich rechne also 17:00, da ich gerne mal zum Knipsen anhalte. Da eh kein Mensch unterwegs ist, geht das auch ganz prima auf der Ringstraße Nr.1 :)

In einem Ort, den ich in Ermangelung an Zeichen nicht schreiben, geschweige denn aussprechen kann, gibts Fisch: In irgend so ner Mango-Senf Sauce – Island typisch nicht ganz billig, aber genial lecker. Überhaupt haben die das hier mit Fisch echt raus und ich merke, dass Fisch was gutes ist. So das industrielle gefertigte Huhn oder Schwein liegt da ganz weit hinten. Nen gutes Stück Kuh – da würd ich wieder abwägen. Aber definitiv steht in Zukunft mehr Fisch auf meinem Speiseplan.

Irgendwas mach ich auf dieser Insel richtig – aus dem Bauch raus die Gegend eingetippt kam auf 500m Genauigkeit das Schild zum Hostel. Ganz unten Am Fjord gelegen – von grünen Wiesen umgeben. Ich sah schon, dass ich 10 min später nen geilen Sonnenuntergang zu CCD bringen würde.

Aber was war das unterhalb des Hostels: 2 kleine Holzhütten. Also wieder beim Warden angerufen: Kann ich eine davon haben? – “Die sind zu, da musst Du ne halbe Stunde warten, dann komm ich vorbei”

OK, gewartet, sie kam vorbei und machte auf. Vielleicht 5 auf 3 Meter, aber auch nur 5 Meter vom Fjord weg! Ich fragte vorsichtig, was das denn kosten soll – für JH Members. “3000 Kronen” sagte sie sehr bestimmt. Das sind grad mal 20 Euro!!! Und wie geil das Ding ist: OK, zum Duschen muss ich ins Haupthaus, aber egal. Hier ist alles Holz, ich hab ne kleine Küche, ne Heizung die aus Erdwärme gespeist ist, Seeblick,
nen Fenster nach Norden (ich geb die Hoffnung ja noch nicht auf), und vor allem:

Hab ich ne Holzhütte 5m bis zum Fjord!!!

Wenn dat mal net geil ist! Pläne für die Fertigstellung des besten Urlaubs: Morgen wollte ich eigentlich direkt nach Reykjavik und da 2 Nächte Pennen und die Party mitmachen. Ist aber nicht – ich werd mir morgen noch den Snaefellsjökull geben und im Hostel in Grundarfjördur pennen. Ich hatte ja nen Tag “Sicherheit” eingeplant, da ich dem Wetter im Norden nicht traute. Nun im Westen  angekommen ist alles auf Sonne gestellt und den Tag werd ich auf der Halbinsel südlich des Breidafjördur verbringen. Dann bin ich immer noch mittags in Reykjavik und kann da noch was machen. Hostel da ist schon gebucht und dann muss ich nur noch am Sonntag nach Kevlavik.

Wobei interessanterweise hab ich da gar kein Problem mit: Ich hab hier bislang derartig Schwein mit allem gehabt (sehen wir vom Wetter der ersten 3 Tage mal ab), dass ich da echt keinen Raum mehr für ne Steigerung sehe. Also wieder erholt, und vor allem den Kopf frei, nach Haus, wo es ja auch nicht schlecht ist. Aber morgen erstmal zum Breidafjördur :D

Damit habe ich mich netto etwa 5km nördlich bewegt, allerdings mit gutem Grund.
Dimmuborgir ist ja bekanntlich nicht nur ne BM Band, sondern in erster Linie eine vulkanisch entstadene Gegend in Myvatn, wohl eine der landschaftlich schönsten Gegenden Islands.
Das “Dimmuborgir” selbst ist touristisch verschandelt, Wege von 800 Meter bis 8 km sind markiert und überall Schilder. Es gibt auch nen Café mit offiziellen Dimmuborgir T-Shirts und dem restlichen Merchandising-Mist. Dementsprechend das Publikum. Das Beste war son pärchen aus HOL mit nem fetten A6 Cross Country (dem psoudo-Gelände Ding) mit 3.0 TDI Maschine und Quattro und haste nicht gesehen. Und Sommerreifen. Mein Polo war um Ecken besser aufgestellt :P
Egal, hab da ne Runde gedreht und bin dann zum Hverfjall getigert, das ist 2 km entfernt und das ist nen kalter Vulkan. Von da oben hat man nen prima Ausblick, aber spannend war das echt nicht. Nach der Tour am Eyjafjallajökull bin ich ja in meiner Ansicht gestärkt, nie ohne vernünftige Ausrüstung im Schnee zu wandern. Hier war das aber Unsinn. Ich hätte nur irgendwelchen anderen Touris hinterher laufen müssen. Egal, ich hab dann ne andere Route genommen und gemütlich ne Isländische $wasauchimmersuppe gelöffelt und dazu ein Isländisches Dünnbier geschlürft. Das hat 2,25 Umdrehungen, was das Maximum an “frei verkäuflich” darstellt. Das “GULL” spricht man übrigens “Gutl” aus, wobei man das “l” mehr oder weniger verschluckt. Analog macht man das auch beim Eyjafjallajökull, was die Aussprache entsprechend vereinfacht.
OK, Mittags wieder am Auto, was anfangen mit dem angefangenen Tag? Ich bin vom Grad der Umrundung der Insel weiter als geplant, also darf ich auch etwas auf der Stelle treten. Weiter als Akuryeri wollt ich eh heute nicht, und das ist grad 100km wech.
Also dann doch zum Dettifoss – Europas energiereichstem Wasserfall. Die Isländer sind nicht müde, irgendeinen Superlativ für jeden das Fälle zu finden. Der WDettifoss ist nen Stück zurück Richtung Eiglsstadir und dann ne Gravel Road hoch – da hatte ich aber auch nen Schild von ner Neubaustrecke gesehen.
Also los über die immernoch verschneite Ringstraße Nr. 1 gen Osten und dann kam auch schon das Schild: Dettifoss – Sehenswürdigkeit – 22km. Jungfräulicher Schnee, 10 cm. Machte echt Spaß, diese Nagelbewehrten Winterreifen beißen schon geil zu.
FAIL: Nach 20 km war ich am Ende der Baustelle angekommen, die haben das zwar schon ausgeschildert, die Straße ist aber noch nicht fertig :( .
Wieder zurück die vom Navi empfohlene Strecke genommen: Gravel-Road, aber meist ganz gut. Nur ganz selten hat die Frontschürze etwas Schnee genommen und ich kam ziemlich gut voran. Am Dettifoss angekommen fand ich ne eisige landschaft wieder: Echt sehenswert und die 3h Fahrt echt wert. Der Wasserfall selbst ist schon schön, aber die Schlucht, wo der Fluss dann weitergeht, ist um Längen schöner. Das ist mein Island :D
Den Weg zurück fing es wieder an zu schneien und somit ist Piano auf der Straße angesagt, mehr als 60 trau ich mich da nicht. Es ist zwar sicher etwas mehr zu vertreten, aber ich bin da vorsichtig. Wenn ich ich da verheize, ist “Hilfe holen” mit nem 30km Fußmarsch verbunden…
Somit war aber auch mein Ziel Akureri hinfällig: Gestern war Neuschnee, der wurde teilweise geräumt und was über ist, hat tagsüber was Sonne bekommen. Das sind diese etwas helleren Flecken unter der Neuschnee-Decke, die mit echter Vorsicht zu genießen sind und vor allem nur bei Tageslicht zu erkennen sind. Da es im Nordosten schon ab 17:00 Uhr ernsthaft dämmert, war mir die Fahrt bis Akurery zu gefährlich und hab abermals in Myvatn übernachtet – diesmal in nem Gasthaus in Reykahold.
Wir hatten ne lustige 4er Runde: ne Mittvierzigerin, gebürtig aus Lyon, ne Fotografin auch irgendwo aus Frankreich und nen möchtegern-nordische-Mythologie-Studenten und freier Schriftsteller auch aus Frankreich. Die Mittvierzigerin textete mich schon zu Beginn zu und versprühte gute Laune. Die Fotografin zeigte allen auf ihrem Mac die Fotos von nem Nordlicht, das sie gemacht hatte – sah genial aus. Sie redete permanent was von 15 sekunden Belichtungszeit. Schade, selbst wenn ich eins zu Gesicht bekommen sollte (bei Vollmond, den wir morgen haben werden, sehr unwahrscheinlich) Der Träumer war ne 15km Strecke nen Vulkan hochgelaufen, ohne irgendwelche Ausrüstung. Oben hat ihn dann jemand kurz vor Einbruch der Dämmerung im Auto auf ner anderen Strecke wieder mit runter genommen. Wär ich auf die Art vom Skogafoss in Richtung Thorsmörk gelaufen, wär ich jetzt wohl immernoch da – innen drin 47°C kälter…
Egal, hat Spaß gemacht und ich verabredete mich mit der älteren Französin, am nächsten Morgen zum Kaftla hochzufahren, sie würde dann runterlaufen und ich schipper weiter, einmal südlich um den Myvatn See rum richtung Akureyri und dann weiter Richtung Stykkisholmur.

Damit habe ich mich netto etwa 5km nördlich bewegt, allerdings mit gutem Grund.

Dimmuborgir ist ja bekanntlich nicht nur ne BM Band aus Norwegen, sondern in erster Linie eine vulkanisch entstandene Gegend in Myvatn, wohl eine der landschaftlich schönsten Gegenden Islands.

Das “Dimmuborgir” selbst ist touristisch verschandelt, Wege von 800 Meter bis 8 km sind markiert und überall Schilder. Es gibt auch nen Café mit offiziellen Dimmuborgir T-Shirts und dem restlichen Merchandising-Mist. Dementsprechend das Publikum. Das Beste war son pärchen aus HOL mit nem fetten A6 Cross Country (dem psoudo-Gelände Ding) mit 3.0 TDI Maschine und Quattro und haste nicht gesehen. Und Sommerreifen. Mein Polo war um Ecken besser aufgestellt :P

Egal, hab da ne Runde gedreht und bin dann zum Hverfjall getigert, das ist 2 km entfernt und das ist nen kalter Vulkan. Von da oben hat man nen prima Ausblick, aber spannend war das echt nicht. Nach der Tour am Eyjafjallajökull bin ich ja in meiner Ansicht gestärkt, nie ohne vernünftige Ausrüstung im Schnee zu wandern. Hier war das aber Unsinn. Ich hätte nur irgendwelchen anderen Touris hinterher laufen müssen. Egal, ich hab dann ne andere Route genommen und gemütlich ne Isländische $wasauchimmersuppe gelöffelt und dazu ein Isländisches Dünnbier geschlürft. Das hat 2,25 Umdrehungen, was das Maximum an “frei verkäuflich” darstellt. Das “GULL” spricht man übrigens “Gutl” aus, wobei man das “l” mehr oder weniger verschluckt. Analog macht man das auch beim Eyjafjallajökull, was die Aussprache entsprechend vereinfacht.

OK, Mittags wieder am Auto, was anfangen mit dem angefangenen Tag? Ich bin vom Grad der Umrundung der Insel weiter als geplant, also darf ich auch etwas auf der Stelle treten. Weiter als Akureri wollt ich eh heute nicht, und das ist grad 100km wech.

Also dann doch zum Dettifoss – Europas energiereichstem Wasserfall. Die Isländer sind nicht müde, irgendeinen Superlativ für jeden der Fälle zu finden. Der Dettifoss ist nen Stück zurück Richtung Eiglsstadir und dann ne Gravel Road hoch – da hatte ich aber auch nen Schild von ner Neubaustrecke gesehen.

Also los über die immernoch verschneite Ringstraße Nr. 1 gen Osten und dann kam auch schon das Schild: Dettifoss – Sehenswürdigkeit – 22km. Jungfräulicher Schnee, 10 cm. Machte echt Spaß, diese nagelbewehrten Winterreifen beißen schon geil zu.

FAIL: Nach 20 km war ich am Ende der Baustelle angekommen, die haben das zwar schon ausgeschildert, die Straße ist aber noch nicht fertig :( .

Wieder zurück die vom Navi empfohlene Strecke genommen: Gravel-Road, aber meist ganz gut. Nur ganz selten hat die Frontschürze etwas Schnee genommen und ich kam ziemlich gut voran. Am Dettifoss angekommen fand ich ne eisige Landschaft wieder: Echt sehenswert und die 3h Fahrt echt wert. Der Wasserfall selbst ist schon schön, aber die Schlucht, wo der Fluss dann weitergeht, ist um Längen schöner. Das ist mein Island :D

Den Weg zurück fing es wieder an zu schneien und somit ist Piano auf der Straße angesagt, mehr als 60 trau ich mich da nicht. Es ist zwar sicher etwas mehr zu vertreten, aber ich bin da vorsichtig. Wenn ich ich da verheize, ist “Hilfe holen” mit nem 30km Fußmarsch verbunden…

Somit war aber auch mein Ziel Akureri hinfällig: Gestern war Neuschnee, der wurde teilweise geräumt und was über ist, hat tagsüber etwas Sonne bekommen. Das sind diese etwas helleren Flecken unter der Neuschnee-Decke, die mit echter Vorsicht zu genießen sind und vor allem nur bei Tageslicht zu erkennen sind. Da es im Nordosten schon ab 17:00 Uhr ernsthaft dämmert, war mir die Fahrt bis Akureri zu gefährlich und hab abermals in Myvatn übernachtet – diesmal in nem Gasthaus in Reykahold.

Wir hatten ne lustige 4er Runde: ne Mittvierzigerin, gebürtig aus Lyon, ne Fotografin auch irgendwo aus Frankreich und nen möchtegern-nordische-Mythologie-Studenten und freier Schriftsteller auch aus Frankreich. Die Mittvierzigerin textete mich schon zu Beginn zu und versprühte gute Laune. Die Fotografin zeigte allen auf ihrem Mac die Fotos von nem Nordlicht, das sie gemacht hatte – sah genial aus. Sie redete permanent was von 15 sekunden Belichtungszeit. Schade, selbst wenn ich eins zu Gesicht bekommen sollte (bei Vollmond, den wir morgen haben werden, sehr unwahrscheinlich) Der Träumer war ne 15km Strecke nen Vulkan hochgelaufen, ohne irgendwelche Ausrüstung. Oben hat ihn dann jemand kurz vor Einbruch der Dämmerung im Auto auf ner anderen Strecke wieder mit runter genommen. Wär ich auf die Art vom Skogafoss in Richtung Thorsmörk gelaufen, wär ich jetzt wohl immernoch da – innen drin 47°C kälter…

Egal, hat Spaß gemacht und ich verabredete mich mit der älteren Französin, am nächsten Morgen zum Kaftla hochzufahren, sie würde dann runterlaufen und ich schipper weiter, einmal südlich um den Myvatn See rum nach Akureri und dann weiter Richtung Stykkisholmur.

Island Tag 5 – Boxenstopp

Guido am 30. Oktober, 2010
Wecker auf halb 8 stellte ich noch vor Sonnenaufgang fest, dass mein Zimmer direkten Blick auf den Vatnajökull hat – es gibt schlimmeres :) Als dann von Osten die Sonne aufging, war das echt malerisch. Ich hab dann meine Sachen neu gepackt und mit der Autovermietung in Egilsstadir telefoniert. Wir einigten uns auf “Hinfahren, zusammen zur Werkstatt fahren – Reifen wechseln”. OK, hörte sich für mich absolut nach nem Plan an. Ich beschloss, gegen Mittag dort zu sein und fuhr durch sonnendurchflutete Fjorde. Mit den Fjorden funktioniert das so: Sie sehen aus wie ein See, da sie so lang sind, dass man die Verbindung zum Meer nicht mehr sieht. Schmeckt das Wasser süß, ist es ein See. Schmeckt es salzig, ist es ein Fjord. Eiskalt ist zumindest der Fjord, Gletscherseen allerdings auch :)
Nun meinte mein Navi, es kennt ne Abkürzung über den Öxi Pass. Da das immerhin 100km spart (und mich an die verheißenen Winderreifen bringt, ohne die meine Inselumrundung ausgeschlossen ist), folge ich. Es gab dann eine “Gravel Road”, auf der man nur noch 80 km/h fahren darf. 60 sind vollkommen genug, das sind Schotterstraßen. Egal, wieder malerische Aussichten und die Gewißheit, dass es durchaus möglich ist, da 80 zu fahren: Ich machte nem 40-Tonnen Sattelschlepper Platz, der im Rückspiegel immer größer wurde.
Am Flughafen in Egilsstadir angekommen wußte die Frau gleich Bescheid und wir fuhren zur Werkstatt. 5 Minuten Wartezeit, 20 Minuten wechseln und Wuchten und ich hatte flatschneue Winterreifen. Aber nicht nur Winterreifen – in Island haben die Nägel an den Flanken. OK, fein. Was anfangen mit dem angebrochenen Tag. Ich hatte mich gedanklich auf nen Nachmittag voller Hantier eingestellt und es war nicht mal 14:00 uhr. Also Fisch essen gehen und paar Sachen einkaufen. Dann ins Tourist Info Zentrum, Egilsstadir als solches gibt nämlich so gar nichts her (jedenfalls für mich).
Da ich ja gerne Blackmetal höre ist mir Dimmu Borgir nicht fremd. Dies ist auch der Name einer vulkanischen Landschat am Myvatn See, und nur 160 km Fahrt. OK, stock ich das heute eben auf gut 400 auf, ich lieg eh hinter der Zeit (Eigentlich lieg ich sogar ziemlich gut, aber ich möcht nen Tag Puffer haben, falls ich mal ne Panne hab oder einschneie oder was weiß ich was). In der Tourist Info schnell Broschüre über die Gegend gelesen und festgestellt, dass es ein “Gasthaus Dimmuborgir” gibt. Musste ich haben und ab dafür.
Zuvor aber noch in eine “Vinbudin” – das sind die staatlichen Alk-Läden, in denen man Stoff mit mehr als 2,25% bekommt – zu wahnsinnigen Preisen. Gelobt sei meine Pulle Talisker, die ich im Duty Free gekauft habe…
Schnell begann es zu schneien und ich pries die neuen Winterreifen. Bald war alles weiß und ich bin bestimmt 100km über geschlossene 3-5 cm Schneedecke gefahren. Egal, das Gasthaus Dimmuborgir habe ich af Anhieb gefunden und es ist echt nett. Für 38 Euro Übernachtung mit Frühstück ist nicht schlecht. Dazu ist mein Wanderweg für morgen praktisch vor der Haustür, so dass ich das Auto erst am nachmittag wieder bewegen muss, wenn ich nach Akureyri fahre (17k Einwohner, da könnt schon was los sein). Insonfern werd ich heute mal ein wenig das Tässchen hoch nehmen \m/.

Wecker auf halb 8 stellte ich noch vor Sonnenaufgang fest, dass mein Zimmer direkten Blick auf den Vatnajökull hat – es gibt schlimmeres :) Als dann von Osten die Sonne aufging, war das echt malerisch. Ich hab dann meine Sachen neu gepackt und mit der Autovermietung in Egilsstadir telefoniert. Wir einigten uns auf “Hinfahren, zusammen zur Werkstatt fahren – Reifen wechseln”. OK, hörte sich für mich absolut nach nem Plan an. Ich beschloss, gegen Mittag dort zu sein und fuhr durch sonnendurchflutete Fjorde. Mit den Fjorden funktioniert das so: Sie sehen aus wie ein See, da sie so lang sind, dass man die Verbindung zum Meer nicht mehr sieht. Schmeckt das Wasser süß, ist es ein See. Schmeckt es salzig, ist es ein Fjord. Eiskalt ist zumindest der Fjord, Gletscherseen allerdings auch :)

Nun meinte mein Navi, es kennt ne Abkürzung über den Öxi Pass. Da das immerhin 100km spart (und mich an die verheißenen Winderreifen bringt, ohne die meine Inselumrundung ausgeschlossen ist), folge ich. Es gab dann eine “Gravel Road”, auf der man nur noch 80 km/h fahren darf. 60 sind vollkommen genug, das sind Schotterstraßen. Egal, wieder malerische Aussichten und die Gewißheit, dass es durchaus möglich ist, da 80 zu fahren: Ich machte nem 40-Tonnen Sattelschlepper Platz, der im Rückspiegel immer größer wurde.

Am Flughafen in Egilsstadir angekommen wußte die Frau gleich Bescheid und wir fuhren zur Werkstatt. 5 Minuten Wartezeit, 20 Minuten wechseln und Wuchten und ich hatte flatschneue Winterreifen. Aber nicht nur Winterreifen – in Island haben die Nägel an den Flanken. OK, fein. Was anfangen mit dem angebrochenen Tag. Ich hatte mich gedanklich auf nen Nachmittag voller Hantier eingestellt und es war nicht mal 14:00 uhr. Also Fisch essen gehen und paar Sachen einkaufen. Dann ins Tourist Info Zentrum, Egilsstadir als solches gibt nämlich so gar nichts her (jedenfalls für mich). Es ist zwar eine größere Stadt, das trifft aber an der Ostküste auf so ziemlich alles über 1000 Einwohner zu.

Da ich ja gerne Blackmetal höre ist mir Dimmu Borgir nicht fremd. Dies ist auch der Name einer vulkanischen Landschat am Myvatn See, und nur 160 km Fahrt. OK, stock ich das heute eben auf gut 400 auf, ich lieg eh hinter der Zeit (Eigentlich lieg ich sogar ziemlich gut, aber ich möcht nen Tag Puffer haben, falls ich mal ne Panne hab oder einschneie oder was weiß ich was). In der Tourist Info schnell Broschüre über die Gegend gelesen und festgestellt, dass es ein “Gasthaus Dimmuborgir” gibt. Musste ich haben und ab dafür.

Zuvor aber noch in eine “Vinbudin” – das sind die staatlichen Alk-Läden, in denen man Stoff mit mehr als 2,25% bekommt – zu wahnsinnigen Preisen. Gelobt sei meine Pulle Talisker, die ich im Duty Free gekauft habe…

Schnell begann es zu schneien und ich pries die neuen Winterreifen. Bald war alles weiß und ich bin bestimmt 100km über geschlossene 3-5 cm Schneedecke gefahren. Egal, das Gasthaus Dimmuborgir habe ich af Anhieb gefunden und es ist echt nett. Für 38 Euro Übernachtung mit Frühstück ist nicht schlecht. Dazu ist mein Wanderweg für morgen praktisch vor der Haustür, so dass ich das Auto erst am nachmittag wieder bewegen muss, wenn ich nach Akureyri fahre (17k Einwohner, da könnt schon was los sein). Insonfern kann ich heute mal ein wenig das Tässchen hoch nehmen \m/.

Island Tag 4 – Gletschertime

Guido am 23. Oktober, 2010
Wann genau der 18. beginnt kann ich nicht sagen, da ich aus dem Handy irgendwann den Akku rausgenommen habe – es sah mir viel zu nass aus (Kondenswasser aufgrund der Luftfeuchtigkeit und der niedrigen Temperaturen). Sagen wir mal etwa dann, als es windstill und trocken war, was ein prima Zeitpunkt war, die 2 Hülsen Becks wieder rauszulassen.
Von da an, gab es keinen Regen mehr, sondern Wind – allerdings nicht aus Süd (da, wo meine Felsformation stand), sondern aus Norden. Da war mein Zelt zwar nicht so ganz ungeschützt, aber dennoch weit exponierter, als gegen Süden. Fortan rappelte es ohne Ende am Zelt. Der Nordwind war zudem zwar trocken, aber eisig kalt. Fein, dachte ich mir, pustet er doch die ganze Feuchtigkeit aus dem Zelt raus – machte aber auch nen Höllenlärm. Da ich zudem 10km Strecke und 800 Höhenmeter vom nächsten Menschen entfernt war, kam so ne spannende Stimmung auf. Immerhin bewegten sich die Ecken des Zelts kein Stück und das ist ja ein gutes Zeichen. Vom Aufstieg ermüdet hab ich ein paar Stunden Schlaf genommen und bin dann wieder vom Geflatter des Außenzeltes wach geworden. Nicht mehr im Schutz der Felsen ging das echt heiß her. Egal, ich hab das Zelt schon länger und es hat schon ganz gut was an sturm mitgemacht. Der hier war allerdings (gefühlt) mit Abstand der schlimmste. Irgendwann gab es komische Geräusche und ich machte die Lampe an:
Das Kondenswasser, das sich zwangsläufig in einem Zelt bei niedrigen Temperaturen entwickelt, gefror an der Innenseite des Außenzeltes und wurde durch den Sturm gebrochen und runtergeschüttelt. Hatte ich noch nie :)
Ich wurde immer wieder mal vom Wind wach, hab aber unterm Strich ganz ordentlich geschlafen. Die Kälte war kein Problem, ich hab die lange Unterhose angelassen und nen Fleece zusätzlich überm Oberkörper gehabt. Fleece Mütze überm Kopf und die Kaputze des Schlafsacks da noch drüber. Unterm Strich waren das vielleicht 5 Grad Minus, allerdings Wind von bestimmt Stärke 8 oder so. Gut, einen Teil der Ausrüstung hab und kenne ich schon von meinen Schottland Touren, aber das hier ist echt ne andere Liga. Es passte aber alles und ich wurde am Morgen belohnt:
Sonnenaufgang über dem Myrdarsjökull, der genau auf den Eyjajallajökull leuchtete. Dazu nen Blick aufs Meer (der Skogarfoss ist vllt. 2 km vom Meer entfernt).
Das sind so die Augenblicke, die man nicht vergisst!
Es war nur mäßig windig und ich konnte das Zelt unfallfrei abbauen und verstauen. es gab ein Paar Kekse aus der Prinzelrolle zum Frühstück. Ich hätte zwar noch was warmes zubereiten können, aber ich wollte das gute Wetter nutzen, um so schnell wie möglich wieder in Richtung Skogafoss zu kommen – und die Fotos zu schießen, die ich aufgrund es Wetters tags zuvor nicht machen konnte. Meine Lumix ist leider nicht wasserfest.
Und was für Bilder das sind! An Rohdaten hab ich 260 Bilder geschossen, gesten und heute! Ich konnte es die ganze Zeit nicht fassen, welch atemberaubendes Panorama zu sehen war! Anfangs noch beide Gletscher, wieter unten nur der des Eyjafjalla, aber auch der kann richtig was! Und dann der Skoga Fluss, der durch die zahlreichen Bäche und Wasserfälle anschwoll und seinerseits einen Wasserfall nach dem anderen hatte. Das ließ mich wirklich alle Anstrengungen des Vortages vollkommen vergessen.
Wieder unten erstmal in den Waschraum des Hostels – selbiges ist zwar schon zu, aber die sanitären Einrichtungen sind offen. Da sah ich wieder aus wie ein Mensch und wollte die geliehene Karte zurückbringen – die war nur leider durch das unwetter ruiniert. Es war aber ja nun schon Montag und es war Nachschub eingetroffen. Mit dem Leider des Heimatmuseums hab ich dann noch nett nen Kaffee getrunken (er ist sicher schon weit über 80) und wieder in meinen kleinen Polo.
Meinem Zeitplan war ich durch den rip auf dem berg etwas hinterher – grad 20% der Insel umrundet, und das schon auf der “kurzen” Route gerechnet. Daher hab ich mir die Gletscher des Myrdarsjökull geschenkt und bin gleich zum Vatnajökull weiter. Der war allerdings gar nicht mal so spannend, bis auf dass ich an einer der Gletscherzungen die Truppe aus OVP wieder getroffen hab, die ich schon am Geysir kennengelernt hatte. Egal, mein “Whisky on the Rocks” Foto gemacht und beim Hostel in Höfn angerufen, ab noch was frei ist.
Der Weg von dem Aussichtspunkt zurück ist grob geschottert und das Auto fuhr sich komisch – also mal Reifen checken. Reifen waren heil, aber:
SOMMERREIFEN!!! Ich dacht, ich dreh ab. Ich hatte beim Check am Flughafen auf Beulen, Kratzer usw geachtet, aber nicht auf Reifen. Auf die Idee, in Island Mitte Oktober noch Somerreifen zu haben, bin ich gar nicht gekommen… Also bei der Vermietung angerufen und das wurde auf die Isländische Art geregelt: “Oh, wir wechseln immer im Oktober, da haben Sie wohl das falsche Auto. Sind Sie in Reykjavik?”
war ich nun leider so gar nicht mehr, wollte ich doch die Nacht in Höfn verbringen und dann am nächsten Morgen weiter nach Egilsstadir. Macht nix, dort gibts auch nen Avis-Budget Schhalter am Flughafen und ich schlug vor, dass ich dort das Auto tausche. Konnte sie mir nicht versprechen und gab mir ne Handy Nummer, wo natürlich keiner abnahm. Ich hatte aber ein gutes Gefühl bei der Sache und beschloss, nach Egilsstadir zu schippern. Das sind so um die 250km ab Höfn.
Ach so: Das Hostel war wirklich schön, modern eingerichtet und nicht zu teuer. Leider kein Inet, aber auch echt nicht verkehrt.

Wann genau der 18. beginnt kann ich nicht sagen, da ich aus dem Handy irgendwann den Akku rausgenommen habe – es sah mir viel zu nass aus (Kondenswasser aufgrund der Luftfeuchtigkeit und der niedrigen Temperaturen). Armbanduhr trag ich seit Jahren keine – nervt nur.  Sagen wir mal etwa dann, als es windstill und trocken war, was ein prima Zeitpunkt war, die 2 Hülsen Becks wieder rauszulassen :)

Von da an, gab es keinen Regen mehr, sondern Wind – allerdings nicht aus Süd (da, wo meine Felsformation stand), sondern aus Norden. Da war mein Zelt zwar nicht so ganz ungeschützt, aber dennoch weit exponierter, als gegen Süden. Fortan rappelte es ohne Ende am Zelt. Der Nordwind war zudem zwar trocken, aber eisig kalt. Fein, dachte ich mir, pustet er doch die ganze Feuchtigkeit aus dem Zelt raus – machte aber auch nen Höllenlärm. Da ich zudem 10km Strecke und 800 Höhenmeter vom nächsten Menschen entfernt war, kam so ne spannende Stimmung auf. Immerhin bewegten sich die Ecken des Zelts kein Stück und das ist ja ein gutes Zeichen. Vom Aufstieg ermüdet hab ich ein paar Stunden Schlaf genommen und bin dann wieder vom Geflatter des Außenzeltes wach geworden. Nicht mehr im Schutz der Felsen ging das echt heiß her. Egal, ich hab das Zelt schon länger und es hat schon ganz gut was an Sturm mitgemacht. Der hier war allerdings (gefühlt) mit Abstand der schlimmste. Irgendwann gab es komische Geräusche und ich machte die Lampe an:

Das Kondenswasser, das sich zwangsläufig in einem Zelt bei niedrigen Temperaturen entwickelt, gefror an der Innenseite des Außenzeltes und wurde durch den Sturm gebrochen und runtergeschüttelt. Hatte ich noch nie :)

Ich wurde immer wieder mal vom Wind wach, hab aber unterm Strich ganz ordentlich geschlafen. Die Kälte war kein Problem, ich hab die lange Unterhose angelassen und nen Fleece zusätzlich überm Oberkörper gehabt. Fleece Mütze überm Kopf und die Kapuze des Schlafsacks da noch drüber. Unterm Strich waren das vielleicht 5 Grad Minus, allerdings Wind von bestimmt Stärke 8 oder so. Gut, einen Teil der Ausrüstung hab und kenne ich schon von meinen Schottland Touren, aber das hier ist echt ne andere Liga. Es passte aber alles und ich wurde am Morgen belohnt:

Sonnenaufgang über dem Myrdarsjökull, der genau auf den Eyjajallajökull leuchtete. Dazu nen Blick aufs Meer (der Skogarfoss ist vllt. 2 km vom Meer entfernt).

Das sind so die Augenblicke, die man nicht vergisst!

Es war nur mäßig windig und ich konnte das Zelt unfallfrei abbauen und verstauen. Es gab ein Paar Kekse aus der Prinzelrolle zum Frühstück. Ich hätte zwar noch was Warmes zubereiten können, aber ich wollte das gute Wetter nutzen, um so schnell wie möglich wieder in Richtung Skogafoss zu kommen – und die Fotos zu schießen, die ich aufgrund es Wetters tags zuvor nicht machen konnte. Meine Lumix ist leider nicht wasserfest.

Und was für Bilder das sind! An Rohdaten hab ich 260 Bilder geschossen, gesten und heute! Ich konnte es die ganze Zeit nicht fassen, welch atemberaubendes Panorama zu sehen war! Anfangs noch beide Gletscher, weiter unten nur der des Eyjafjalla, aber auch der kann richtig was! Und dann der Skoga Fluss, der durch die zahlreichen Bäche und Wasserfälle anschwoll und seinerseits einen Wasserfall nach dem anderen hatte. Das ließ mich wirklich alle Anstrengungen des Vortages vollkommen vergessen.

Wieder unten erstmal in den Waschraum des Hostels – selbiges ist zwar schon zu, aber die sanitären Einrichtungen sind offen. Da sah ich wieder aus wie ein Mensch und wollte die geliehene Karte zurückbringen – die war nur leider durch das unwetter ruiniert. Es war aber ja nun schon Montag und es war Nachschub eingetroffen. Mit dem Leider des Heimatmuseums hab ich dann noch nett nen Kaffee getrunken (er ist sicher schon weit über 80) und wieder in meinen kleinen Polo.

Meinem Zeitplan war ich durch den Trip auf dem Berg etwas hinterher – grad 20% der Insel umrundet, und das schon auf der “kurzen” Route gerechnet. Daher hab ich mir die Gletscher des Myrdarsjökull geschenkt und bin gleich zum Vatnajökull weiter. Der war allerdings gar nicht mal so spannend, bis auf dass ich an einer der Gletscherzungen die Truppe aus OVP wieder getroffen hab, die ich schon am Geysir kennengelernt hatte. Egal, mein “Whisky on the Rocks” Foto gemacht und beim Hostel in Höfn angerufen, ab noch was frei ist.

Der Weg von dem Aussichtspunkt zurück ist grob geschottert und das Auto fuhr sich komisch – also mal Reifen checken. Reifen waren heil, aber:

SOMMERREIFEN!!! Ich dacht, ich dreh ab. Ich hatte beim Check am Flughafen auf Beulen, Kratzer usw geachtet, aber nicht auf Reifen. Auf die Idee, in Island Mitte Oktober noch Somerreifen zu haben, bin ich gar nicht gekommen… Also bei der Vermietung angerufen und das wurde auf die Isländische Art geregelt: “Oh, wir wechseln immer im Oktober, da haben Sie wohl das falsche Auto. Sind Sie in Reykjavik?”…

…war ich nun leider so gar nicht mehr, wollte ich doch die Nacht in Höfn verbringen und dann am nächsten Morgen weiter nach Egilsstadir. Macht nix, dort gibts auch nen Avis-Budget Schhalter am Flughafen und ich schlug vor, dass ich dort das Auto tausche. Konnte sie mir nicht versprechen und gab mir ne Handy Nummer, wo natürlich keiner abnahm. Ich hatte aber ein gutes Gefühl bei der Sache und beschloss, nach Egilsstadir zu schippern. Das sind so um die 250km ab Höfn.

Ach so: Das Hostel war wirklich schön, modern eingerichtet und nicht zu teuer. Leider kein Inet, aber auch echt nicht verkehrt. Immerhin gabs abends eine lustige Gesprächsrunde mit nem Finnen und nem Pärchen aus Deutschland.

Am Morgen hab ich mir erstmal so ne Hostel-Mitgliedschafts-Karte geholt – die kostet in Island fast nichts und gilt weltweit für ein Jahr. Nach nur 4 Übernachtungen hat man die wieder raus… Dennuch suchte ich Frühstück und das gabs auf nem Sonntag nur in Selfoss (sagte jedenfalls das Mädel vom Office, und ihr glaub ich das mal) – das ist wiederum zurück Richtung Reykjavik! Mist!
Egal, ich hab den regen schon gar nicht mehr wahrgenommen und kam schließlich auf die Ringstraße, wo es sogar aufklarte und es ging nach Osten raus aus dem “dichtbesiedelten” Südwesten. Es sah ein wenig aus wie in Schottland und irgendwann begann es schön zu werden. Die Landschaft war schroff und dünn besiedelt, hier und da mal ein Wasserfall. Je weiter weg von Reykjavik, desto besser. Am Skogafoss hab ich dann mal angehalten, dort geht ja auch der bekannte Wanderweg nach Thorsmörk. Leider hatte ich keine Landkarte und wollte mir in Vik, der nächsten Ortschaft eine kaufen. Gab aber keine.
Egal, Zurück zum Skogafoss und dort im Heimatmuseum (hatte vorhin wohl Mittag und ich dachte, es wär zu) gefragt. Es gab dort zwar welche, aber es wwar nur noch Vorführexemplar vorhanden. Die Leute dort waren aber sehr nett und haben mir selbiges geliehen. Also die Stufen hoch, und übern Zaun. Ich war mit Zelt, ISO-Matte und Schlafsack draußen, in Island! FREI! Der Weg war mehr so ein Trampelpfad und die Sicht nicht so Pralle. Da es schon so gegen 14:00 Uhr war, entschloss ich mich, bis zur ersten Wetterschutzhütte (um die Jahreszeit nicht mehr besetzt) zu gehen und dort entweder drinnen zu schlafen oder in deren Schutz mein Zelt aufzuschlagen.
So weit kam ich leider nicht, da das Wetter immer schlimmer wurde und ich zeitweise keine 50m gucken konnte. Den “Weg” gab es irgendwann nicht mehr wirklich, es gab ein paar Fußspuren in der Asche des Eyjafjallajökull – GEIL! So hab ich mir das vorgestellt :)
Irgendwann gab es auch die nicht mehr, oder ich habe sie schlicht verloren. Es ging nun Querfeldein ein bisschen nach Karte und weit mehr nach Gefühl, immer den Fluss hoch. Klar gab das viel mehr Höhenmeter, als nötig gewesen wären. So gegen 17:00 war klar, dass selbst wenn ich die Wetterschutzhütte erreichen sollte (woran ich nicht mehr geglaubt habe), ich diese wohl aufgrund des miesen Wetters übersehen würde. Also habe ich beschlossen, eine vom Wetter möglichst geschützte Stelle zu finden und dort mein Zelt aufzubauen. Es verkörpert die einfachste Form eines Geodäten und ist somit ziemlich stabil. Es hat 3 sich an 3 Stellen überkreuzende Stangen und rundum mit Sturmleinen ausgestattet.
Die Stelle die ich fand war ne Asche-Verwehung und im Schutz einer Felsen-Formation im Süden – der aktuellen Wetterseite. Es war grad sogar gar nicht so wild mit dem Wetter, also konnte ich das Zelt recht gut aufbauen. Nur die Häringe die ich mit habe, sind für harte, steinige Böden. Das ist dort aber echt fehl am Platze. Macht aber nix, es liegen ja genug Steine rum, also hab ich insgesamt rund 50kg Steine auf die Häringe gelegt :)
Der Sturm und der Regen wurden immer schlimmer. Ich konnte kaum schlafen, da es so unheimlich laut war. Macht aber nix, ich hatte ja noch 2 Dosen Becks Bier mit hoch genommen, die hab ich dann in aller Ruhe gepichlt, während ich eine heiße Gulaschsuppe gefuttert habe. Hier zeigt sich, dass das Gaskocher-Upgrade jeden Cent wert ist!

Am Morgen hab ich mir erstmal so ne Hostel-Mitgliedschafts-Karte geholt – die kostet in Island fast nichts und gilt weltweit für ein Jahr. Nach nur 4 Übernachtungen hat man die wieder raus… Dennuch suchte ich Frühstück und das gabs auf nem Sonntag nur in Selfoss (sagte jedenfalls das Mädel vom Office, und ihr glaub ich das mal) – das ist wiederum zurück Richtung Reykjavik! Mist!

Egal, ich hab den regen schon gar nicht mehr wahrgenommen und kam schließlich auf die Ringstraße, wo es sogar aufklarte und es ging nach Osten raus aus dem “dichtbesiedelten” Südwesten. Es sah ein wenig aus wie in Schottland und irgendwann begann es schön zu werden. Die Landschaft war schroff und dünn besiedelt, hier und da mal ein Wasserfall. Je weiter weg von Reykjavik, desto besser. Am Skogafoss hab ich dann mal angehalten, dort geht ja auch der bekannte Wanderweg nach Thorsmörk. Leider hatte ich keine Landkarte und wollte mir in Vik, der nächsten Ortschaft eine kaufen. Gab aber keine.

Egal, Zurück zum Skogafoss und dort im Heimatmuseum (hatte vorhin wohl Mittag und ich dachte, es wär zu) gefragt. Es gab dort zwar welche, aber es wwar nur noch Vorführexemplar vorhanden. Die Leute dort waren aber sehr nett und haben mir selbiges geliehen. Also die Stufen hoch, und übern Zaun. Ich war mit Zelt, ISO-Matte und Schlafsack draußen, in Island! FREI! Der Weg war mehr so ein Trampelpfad und die Sicht nicht so Pralle. Da es schon so gegen 14:00 Uhr war, entschloss ich mich, bis zur ersten Wetterschutzhütte (um die Jahreszeit nicht mehr besetzt) zu gehen und dort entweder drinnen zu schlafen oder in deren Schutz mein Zelt aufzuschlagen.

So weit kam ich leider nicht, da das Wetter immer schlimmer wurde und ich zeitweise keine 50m gucken konnte. Den “Weg” gab es irgendwann nicht mehr wirklich, es gab ein paar Fußspuren in der Asche des Eyjafjallajökull – GEIL! So hab ich mir das vorgestellt :)

Irgendwann gab es auch die nicht mehr, oder ich habe sie schlicht verloren. Es ging nun Querfeldein ein bisschen nach Karte und weit mehr nach Gefühl, immer den Fluss hoch. Klar gab das viel mehr Höhenmeter, als nötig gewesen wären. So gegen 17:00 war klar, dass selbst wenn ich die Wetterschutzhütte erreichen sollte (woran ich nicht mehr geglaubt habe), ich diese wohl aufgrund des miesen Wetters übersehen würde. Also habe ich beschlossen, eine vom Wetter möglichst geschützte Stelle zu finden und dort mein Zelt aufzubauen. Es verkörpert die einfachste Form eines Geodäten und ist somit ziemlich stabil. Es hat 3 sich an 3 Stellen überkreuzende Stangen und rundum mit Sturmleinen ausgestattet.

Die Stelle die ich fand war ne Asche-Verwehung und im Schutz einer Felsen-Formation im Süden – der aktuellen Wetterseite. Es war grad sogar gar nicht so wild mit dem Wetter, also konnte ich das Zelt recht gut aufbauen. Nur die Häringe die ich mit habe, sind für harte, steinige Böden. Das ist dort aber echt fehl am Platze. Macht aber nix, es liegen ja genug Steine rum, also hab ich insgesamt rund 50kg Steine auf die Häringe gelegt :)

Der Sturm und der Regen wurden immer schlimmer. Ich konnte kaum schlafen, da es so unheimlich laut war. Macht aber nix, ich hatte ja noch 2 Dosen Becks Bier mit hoch genommen, die hab ich dann in aller Ruhe gepichlt, während ich eine heiße Gulaschsuppe gefuttert habe. Hier zeigt sich, dass das Gaskocher-Upgrade jeden Cent wert ist!

Es ist Samstag vormittag und ich brauche
- Gas
- ne regendichte Hose
- Futter
- nen Plan, was ich mache
Insofern frühstücke ich das (nicht so pralle) Frühstück im Hotel Reykjavik und packe meine 7 Sachen. Irgendwie ahne ich, dass mich das Umpacken begleiten wird. Egal. Also in die Innenstadt, dort hatte ich nen Trekking Laden gesehen, der nen Sortiment vergleichbar Globetrotter oder Steppenwolf hat. Da er erst um 11 aufmacht, kaufe ich erst Futter in nem Supermarkt ein: Fertiggerichte, Wasser, Säfte, was man so zum Hiken braucht.
In dem Trekking Laden shoppe ich erstmal 2 Kartuschen Gas mit Schraubverschluss – die selbstdichtenden, die man auch vom Kocher wieder trennen kann. Dazu nen Gerber Messer, da ich Intelligenzbestie auch dies vergessen habe. Auf der Suche nach der Regendichten Hose falle ich fast um, da wollen die umgerechnet 40 Euro für haben – iss nicht.
In nem anderen, ähnlichen Laden gibts das für die Hälfte, wenn auch nicht 100% wasserdicht. Will ich aber auch nicht, sonst rinnt einem das Wasser ja innen runter. Das Mädel hatte echt ahnung und ich bemerkte abermals dass die Isländer ein Spitzen-Engisch draufhaben – selbst an der Supermarkt Kasse. Egal, wir kamen drauf zu sprechen was ich denn vorhätte und es stellte sich nch 20 Minuten raus, dass sie auch Deutsche ist. Na klasse – sprachen wohl beide wenn mit Akzent, dann jedenfalls nicht mit einem deutschen…
Da ich los wollte (und mein Parkschein ablief) zurück zum Polo und noch ne kurze Runde an der Küste gedreht. War mäßig spannend und raus aus der City. Grundsätzlich wollte ich zum Eyjafjallajökull, aber erstmal nach Hvragerdi, bekannt für jede Menge heiße Quellen und sowas. Es schüttete aus Eimern und ich bin erstmal was futtern gegangen. In dem nest gabs noch nen Outlet Store für Outdoor Klamotten und es sollte eine Layer-1 Hose (auf deutsch:  lange Unterhose) aus Merinowolle sein. War echt preiswert und ich hatte so ein Gefühl, dass der Wind in den Bergen fies werden könnte.
Regen wie aus Kübeln, man sollte in die Island-Variante des Polo stärkere Scheibenwischer einbauen. Wo wir gerade beim Polo sind: Der hat so nen Dreizylinder Motor mit gefühlt 40 PS und klingt ein bisschen wie eine Nähmaschine. Der kleinste Anstieg, und ich muss zurück in den 4. Macht aber nix, mehr als 90 darf man hier nicht, auch wenn die Straßen prima sind. Immerhin ist die Sitzposition fein und ich habe auch genug Kopffreiheit – ein Problem, das sonst nicht nur in vielen Kleinwagen auftritt. Ich bin mit 1,92 cm nicht übermäßig lang, bin allerdings Sitzriese. Ich hab den Kleinen jedenfalls jetzt schon liebgewonnen.
Nächste Haltestelle Thingveillir und die erste Meinungsverschiedenheit mit dem Navi – ich fand es wo anders viel schöner und bin dann da mal hin und paar Fotos gemacht. So berauschend war es aber nicht. Das hatte auch nen ganz einfachen Grund: ich war am falschen See. Die Isländer haben ne neue Straße gebaut und das arme Navi weiß das nicht – meine Straßenkarte allerdings auch nicht. Egal, ich hab das Ding dann gefunden und es war malerisch.
Nächste Haltestelle Geysir. Das sind in Wirklichkeit 4 – ein ganz kleiner, der brodelt nur langsam vor sich hin. Ein mittlerer, der so alle paar Minuten mal deut, dann einer, der nur Wasser sprudeln lässt. Der ganz große ist leider kaputt: Ein Jammer – da hat irgend so ne Film Firma mal versucht den kontrolliert blasen zu lassen und sie hams versaut. Nun ist der mehr oder weniger tot – man sollte die Verantwortchen dort hineinwerfen!
Der Sxxxxx kann immerhin auch 25m hoch blasen und das ist schon beeindruckend gewesen :)
Ganz in der Nähe ist Europas größter Wasserfall, der Gulfoss. Da geht richtig was runter und der Rheinfall in Schaffhausen ist ne Regendusche dagegen. Echt beeindruckend. Wieder ist mir aufgefallen, dass die Isländer viel aus dem Land machen. Die “besten” Positionen haben die ausgebaut, so dass man easy hinkann und tolle Ausblicke genießen kann. Es dämmerte leider schon und ich suchte eine Bleibe. Das Hotel am Gulfoss war zu, das am Geysir voll. es schüttete nach wie vor aus Eimern und Zelt kam für mich nicht in Frage. Der Mensch ander Rezeption am Geysir empfahl mir, nach $unaussprechlich zu fahren, was 25 km ZURÜCK bedeutete. Egal – hab ich gemacht und fand ein Hostel (Jugendherberge) in Laughervatn. Dort hab ich für stolze 8200 Kronen (53 Euro) nen Einzelzimmer mit separatem Bad bekommen – das Ganze war aber auch schon praktisch Hotel Niveau.
Im “Dining Room” saß eine ältere Dame und machte das gleiche wie ich: Fotos fürs Blog klar machen. Nach nur einer Stunde fiel uns auf, dass wir beide aus Deutschland kamen und haben lustig glacht und ein paar Hülsen vernichtet. Sie ist seit Jahren öfter mal in Island und wir haben uns nett unterhalten.

Es ist Samstag vormittag und ich brauche

  • Gas
  • ne regendichte Hose
  • Futter
  • nen Plan, was ich mache

Insofern frühstücke ich das (nicht so pralle) Frühstück im Hotel Reykjavik und packe meine 7 Sachen. Irgendwie ahne ich, dass mich das Umpacken begleiten wird. Egal. Also in die Innenstadt, dort hatte ich nen Trekking Laden gesehen, der nen Sortiment vergleichbar Globetrotter oder Steppenwolf hat. Da er erst um 11 aufmacht, kaufe ich erst Futter in nem Supermarkt ein: Fertiggerichte, Wasser, Säfte, was man so zum Hiken braucht.

In dem Trekking Laden erstehe ich erstmal 2 Kartuschen Gas mit Schraubverschluss – die selbstdichtenden, die man auch vom Kocher wieder trennen kann. Dazu nen Gerber Messer, da ich Intelligenzbestie auch dies vergessen habe. Auf der Suche nach der Regendichten Hose falle ich fast um, da wollen die umgerechnet 240Euro für haben – iss nicht.

In nem anderen, ähnlichen Laden gibts das für die Hälfte, wenn auch nicht 100% wasserdicht. Will ich aber auch nicht, sonst rinnt einem das Wasser ja innen runter. Das Mädel hatte echt Ahnung und ich bemerkte abermals dass die Isländer ein Spitzen-Engisch draufhaben – selbst an der Supermarkt Kasse. Egal, wir kamen drauf zu sprechen was ich denn vor hätte und es stellte sich nch 20 Minuten raus, dass sie auch Deutsche ist. Na klasse – sprachen wohl beide wenn mit Akzent, dann jedenfalls nicht mit einem deutschen…

Da ich los wollte (und mein Parkschein ablief) zurück zum Polo und noch ne kurze Runde an der Küste gedreht. War mäßig spannend und raus aus der City. Grundsätzlich wollte ich zum Eyjafjallajökull, aber erstmal nach Hvragerdi, bekannt für jede Menge heiße Quellen und sowas. Es schüttete aus Eimern und ich bin erstmal was futtern gegangen. In dem Nest gabs noch nen Outlet Store für Outdoor Klamotten und es sollte eine Layer-1 Hose (auf deutsch:  lange Unterhose) aus Merinowolle sein. War echt preiswert und ich hatte so ein Gefühl, dass der Wind in den Bergen fies werden könnte.

Regen wie aus Kübeln, man sollte in die Island-Variante des Polo stärkere Scheibenwischer einbauen. Wo wir gerade beim Polo sind: Der hat so nen Dreizylinder Motor mit 60 PS und klingt ein bisschen wie eine Nähmaschine. Der kleinste Anstieg, und ich muss zurück in den 4. Macht aber nix, mehr als 90 darf man hier nicht, auch wenn die Straßen prima sind. Immerhin ist die Sitzposition fein und ich habe auch genug Kopffreiheit – ein Problem, das sonst nicht nur in vielen Kleinwagen auftritt. Ich bin mit 1,92 cm nicht übermäßig lang, bin allerdings Sitzriese. Ich hab den Kleinen jedenfalls jetzt schon lieb gewonnen.

Nächste Haltestelle Þingveillir und die erste Meinungsverschiedenheit mit dem Navi – ich fand es wo anders viel schöner und bin dann da mal hin und paar Fotos gemacht. So berauschend war es aber nicht. Das hatte auch nen ganz einfachen Grund: ich war am falschen See. Die Isländer haben ne neue Straße gebaut und das arme Navi weiß das nicht – meine Straßenkarte allerdings auch nicht. Egal, ich hab das Ding dann gefunden und es war malerisch.

Nächste Haltestelle Geysir. Das sind in Wirklichkeit 4 – ein ganz kleiner, der brodelt nur langsam vor sich hin. Ein mittlerer, der Strokkur, der so alle paar Minuten mal deut, dann einer, der nur Wasser sprudeln lässt. Der ganz große ist leider kaputt: Ein Jammer – da hat irgend so ne Film Firma mal versucht den kontrolliert blasen zu lassen und sie hams versaut. Nun ist der mehr oder weniger tot – man sollte die Verantwortchen dort hineinwerfen!

Der Strokkur kann immerhin auch 25m hoch blasen und das ist schon beeindruckend gewesen :)

Ganz in der Nähe ist Europas größter Wasserfall, der Gullfoss. Da geht richtig was runter und der Rheinfall in Schaffhausen ist ne Regendusche dagegen. Echt beeindruckend. Wieder ist mir aufgefallen, dass die Isländer viel aus dem Land machen. Die “besten” Positionen haben die ausgebaut, so dass man easy hinkann und tolle Ausblicke genießen kann. Es dämmerte leider schon und ich suchte eine Bleibe. Das Hotel am Gullfoss war zu, das am Geysir voll. es schüttete nach wie vor aus Eimern und Zelt kam für mich nicht in Frage. Der Mensch ander Rezeption am Geysir empfahl mir, nach $unaussprechlich zu fahren, was 25 km ZURÜCK bedeutete. Egal – hab ich gemacht und fand ein Hostel (Jugendherberge) in Laughervatn. Dort hab ich für stolze 8200 Kronen (53 Euro) nen Einzelzimmer mit separatem Bad bekommen – das Ganze war aber auch schon praktisch Hotel Niveau.

Im “Dining Room” saß eine ältere Dame und machte das gleiche wie ich: Fotos fürs Blog klar machen. Nach nur einer Stunde fiel uns auf, dass wir beide aus Deutschland kamen und haben lustig gelacht und ein paar Hülsen vernichtet. Sie ist seit Jahren öfter mal in Island und wir haben uns nett unterhalten.

Auf Island angekommen

Guido am 16. Oktober, 2010

Und da muss man erstmal hinkommen, und das muss man auch ein wenig vorbereitet haben :)

Vorbereitung:

Mit dem beigen Auto nach Siegburg ist ebenso unspektakulär, wie mit dem ICE-Train nach Frankfurt. Dort zum Terminal 2 geshuttelt und nach dem Check in noch ne Stunde Zeit bis zum Boarden. Also erstmal Weißwurst Frühstück am Flughafen. Der heutige Tag ist schließich wertvoll, denn er hat 26 Stunden – Island hat immer GMT, Sommer wie Winter. Das wundert mich ein bisschen, denn GMT-1 oder gar GMT-2 wären eigentlich angesagt. Macht aber nix, das stimmt in Deutschland auch nicht – für uns wäre (zumindest im Westen) auch GMT sinnvoll. Insofern passen die 2 Stunden Zeitverschiebung wieder.
Die Packerei gestern erwies sich als gar nicht so einfach – ich wollte nur den mittleren Rucksack mitnehmen, da ich nie mehr als 2 oder 3 Tage am Stück unterwegs sein werde. Beim Zusammenstellen der Sachen ist mir dann aufgefallen, dass mein alter Trangia Spirituskocher ziemlich zerschlissen war. Also noch in letzter Minute zum GLobetrotter und nen neuen Topf, Deckel und nen Gas-Einsatz geshoppt. Der verwandelt nen Spiritus-Trangia Kocher zu nem vollwertigen Gaskocher – grad bei niedrigen Temperaturen oder auch mal etwas höher gelegen ist Gas da besser, weil heißer.
Nun hab ich verkehrte Welt: Zelt, Schlasack, Iso-Matte und Kochgeschirr im Koffer, dazu die Zweit-Stiefel, der Beckengurt für den Rucksack und der Dreibein-Stuhl. Der Rucksack ist dann für Kulturbeutel, Handtücher, den Rest der Wäsche und so weiter voll und soll als Handgepäck reisen. Darauf bin ich ja noch mal gespannt…
Der Plan ist dann, den Koffer immer im Auto zu lassen und den Rucki nur mit dem Nötigen zu füllen. Der kann von handgepäck-Größe bis auf 55 Liter wachsen, das sollte also gehen.
Dazu noch ein paar kleinere Utensilien, wie ne Stirnlampe – meine habe ich geshcickterweise nem Kollegen geliehen, der grad am Hindukusch weilt. Auch ne transportable Iso-Matte musste noch her, weil ich nur ein Gepäckstück aufgeben und meine riesen-selbstaufblas-Matte dafür definitiv nicht geht.
Das Zelt hab ich auch noch mal gecheckt – als ich es im August in Wacken abgebaut hab, hatte ich bestimmt noch 1,5 bar Druck auf dem Kessel :)
Zwischenstand – was habe ich alles vergessen, mitzunehmen:
- Sonnenbrille
- Regenhut (extra für toier Geld gekauft, nun liegt er noch in Hennef rum)
- Essbesteck (nun beginnt es, interessant zu werden)
- Mini-Wörterbuch Deutsch-Isländisch. Das habe ich llerdings “im Laden vergessen”. Werd dann vor Ort eins in Isländisch-Englisch shoppen
- Isländische Kronen. Mein Master-Card Hai meinte zwar, das sei Gebührenfrei die dort damit zu holen, es fallen lediglich Zinsen an – auf die bin ich mal gespannt. Möglicherweise wird das aber sogar billiger kommen, als das gegen Gebühren zu tauschen.

Die Packerei gestern erwies sich als gar nicht so einfach – ich wollte nur den mittleren Rucksack mitnehmen, da ich nie mehr als 2 oder 3 Tage am Stück unterwegs sein werde. Beim Zusammenstellen der Sachen ist mir dann aufgefallen, dass mein alter Trangia Spirituskocher ziemlich zerschlissen war. Also noch in letzter Minute zum GLobetrotter und nen neuen Topf, Deckel und nen Gas-Einsatz geshoppt. Der verwandelt nen Spiritus-Trangia Kocher zu nem vollwertigen Gaskocher – grad bei niedrigen Temperaturen oder auch mal etwas höher gelegen ist Gas da besser, weil heißer.

Nun hab ich verkehrte Welt: Zelt, Schlasack, Iso-Matte und Kochgeschirr im Koffer, dazu die Zweit-Stiefel, der Beckengurt für den Rucksack und der Dreibein-Stuhl. Der Rucksack ist dann für Kulturbeutel, Handtücher, den Rest der Wäsche und so weiter voll und soll als Handgepäck reisen. Darauf bin ich ja noch mal gespannt…

Der Plan ist dann, den Koffer immer im Auto zu lassen und den Rucki nur mit dem Nötigen zu füllen. Der kann von handgepäck-Größe bis auf 55 Liter wachsen, das sollte also gehen.

Dazu noch ein paar kleinere Utensilien, wie ne Stirnlampe – meine habe ich geshcickterweise nem Kollegen geliehen, der grad am Hindukusch weilt. Auch ne transportable Iso-Matte musste noch her, weil ich nur ein Gepäckstück aufgeben und meine riesen-selbstaufblas-Matte dafür definitiv nicht geht.

Das Zelt hab ich auch noch mal gecheckt – als ich es im August in Wacken abgebaut hab, hatte ich bestimmt noch 1,5 bar Druck auf dem Kessel :)

Also ging’s heute morgen los:

Mit dem beigen Auto nach Siegburg ist ebenso unspektakulär, wie mit dem ICE-Train nach Frankfurt. Dort zum Terminal 2 geshuttelt und nach dem Check in noch ne Stunde Zeit bis zum Boarden. Also erstmal Weißwurst Frühstück am Flughafen. Der heutige Tag ist schließich wertvoll, denn er hat 26 Stunden – Island hat immer GMT, Sommer wie Winter. Flug war unspektakulär, es gab vom Lapi ein cineastisches Highlight: Starship Troopers 3. Schön dummes geballer und jede Menge – sagen wir – 40er-Jahre Retro Klamotten. Der Plan,gleich am Flughafen nen Auto zu nehmen war goldrichtig, auch mit der Hotelreservierung war alles klar. Internet hat’s hier auch wie man sieht.

Mit nem Bärenhunger war ich erstmal inna City,  gar nicht weit vom Hotel weg.  Es gab lecker Fisch und ein Viking Bier, das aber nach nix schmeckt. Überhaupt Bier: Es gab hier Prohibition bis 1989 und das Trinken in der Öffentlichkeit ist verboten. Was sah ich in der Stadt: lauter heitere Gesellen, überdurchschnittlich viele (und das ist schon mit Deutschland verglichen!) mit Bierdose in der Hand. Irgendwo gab es noch spontan nen Rock-Konzert, also Party pur am Freitag Abend in Reykjavik Downtown.

Zurück im Hotel noch nen netten Plausch mit dem Nachtportier gehabt: Selbiger kennt sich hier natürlich etwas besser aus als ich und nun habe ich “must have locations” für ne 3-Wochen Reise. Das muss ich gleich noch etwas zusammenstreichen, da hab ich aber schon ne Idee – als erstes fallen die ganzen Museen dem Rotstift zum Opfer :P

So sah es auf dem Weg bis Reykjavik aus, der kleine Polo wird mich den Rest der Zeit hier begleiten.

Ach so: Auf dem 2. Bild ist das ganz vorne links oben drauf mein Koffer, der gerade entladen wurde. Ich saß am Fenster und hatte beim Aussteigen logischerweise gut Zeit :D

ISLAND

Guido am 7. Oktober, 2010

Wenn Schottland schon geil ist, wie muss dann erst Island sein? Die Frage stelle ich mir seit etwa nem Jahrzehnt. Soeben hab ich Hin- und Rückflug für gut ne Woche gebucht – ich freu mich drauf wie ein Schneekönig. Fies wetterfeste Klamotten sind klar – ich _will_ da was raues bekommen :D

20 Jahre Deutschland einig Vaterland

Guido am 3. Oktober, 2010

und ich bin glücklich darüber.

Vor 20 Jahren war ich ein 13 Jahre alter Knirps, noch nicht wirklich alt genug um zu verstehen, was da gerade abgeht, aber schon alt genug um zu erkennen, dass es was bedeutendes und vor allem was gutes ist.

Ein Volk aus 2 Staaten ist wieder ein Staat geworden.  Vor allem ist die ganze Aktion friedlich abgelaufen, es gab bewegende Demos immer Montags in Leipzig und die richtigen Leute haben die richtigen Entscheidungen getroffen. Das hätte ganz anders ablaufen können, ist es aber nicht.

20 Jahre später haben wir immernoch Unterschiede zwischen Ost und West. Ich denke, dass wir die in 20 weiteren Jahren auch noch haben werden. Wir haben ja auch Unterschiede zwischen Hamburg und Bayern, Hessen und dem Saarland.

 In dem Sinne: Ich freu mich an diesem Nationalfeiertag, und ich freu mich auch persönlich darüber, dass die Einheit so passiert ist, wie sie passiert ist. :)