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Daimos.de

Ein kleiner Mond, ein schönes Blog :)

Wie der Titel schon sagt, ist die 7D natürlich eine tolle Kamera, aber eben nicht handlich und man kann sie nicht überall hin mitnehmen. Grad auf Konzerten braucht man für so eine DSLR oft eine Akkreditierung – außerdem will ich da primär Musik genießen.  Und für nen Schnappschuss zwischendrin ist die echt zu groß.

In Island im Oktober 2010 hatte ich meine heißgeliebte Panasonic Lumix TZ-8 dabei, die mich ja erst final mit dem Fotografie-Virus infiziert hat. Als Kompakte der oberen Mittelklasse macht die tolle Bilder, ich hab nen A3 Fotokalender damit gemacht, wo nur selten auffällt, dass die Bilder von ner Kompaktkamera stammen. Mir fällt das aber auf und such ne Kompakte, die in der Bildqualität mehr kann, aber dabei möglichst klein ist (“hosentaschentauglich”).

Warum geht das im Grunde nicht?

Mal wieder Physik – diesmal das Bildrauschen. Ein Bildpunkt auf einem Sensor ist technisch gesehen ein Kondensator. Das einfallende Licht packt da etwas Spannung rein und das Große Ganze wird dann nen Bild. Nur hat nen Kondensator von sich auch schon etwas Spannung, wenn er wärmer als 0 Kelvin (-273°C). Wenn man das Signal also verstärken muss, verstärkt man den zufälligen Anteil mit. Das führt zu Bildrauschen. Ist der Bildpunkt groß, fällt das “Grundrauschen” nicht so ins Gewicht, und das gewollte Signal überwiegt. Je kleiner der Sensorpunkt aber ist, desto übler schlägt das allgemeine Rauschen ins Gewicht.

Das führt zu ekligen Pixeln, die die Software der Kamera beseitigen kann. In Maßen. Wenn der Sensor einfach nur noch voll mit Partikeln ist, kann die Elektronik das nur noch vermatschen. Und genau das ist der Makel der aktuellen Kompakt-Knipsen. Auf nem 1/2,33 Zoll kleinem Sensor tummeln sich bis zu 16 Megapixel. Im Falle der TZ-8 sind es “nur” 12, aber schon das ist zu viel. Auch die vermatscht die Bilder, wenn es nicht gerade wirklich hell ist. So ein Sensor ist etwa 6,2 mal 4,6 mm groß. Das entspricht von der Größenordnung her dem Nagel meines kleinen Fingers, nicht mal.

Meine 7D hat einen APS-C Sensor, der ist 25,1 mm × 16,7 mm. Die hat dann 18 Megapixel, aber echt viel mehr Sensorfläche. Verglichem mit den Vollformat Kameras 5D MKII oder der Nikon D700 ist das noch gequetscht, aber verglichen mit den Kompakten sind da Welten zwischen. Nun gibt es aber “Edel-Kompakte” mit 1/1,7″ Sensoren, die sind rechnerisch fast doppelt so groß – also für mich ein Ansatz.

Klar können die nicht so krasse 12-Zooms bieten, denn je größer der Sensor, desto größer muss ja auch der Objektivdurchmesser sein.

OK, was gibt es:

  • Canon Powershot G12 (mir viel zu groß)
  • Canon Powershot S95 (die kleinste, sofort sympatisch, aber Bedenken wegen Bildqualität)
  • Nikon P7000 (Bester Zoom-Faktor, aber auch zu groß)
  • Panasonic Lumix LX5 (schon recht groß, netter Weitwinkel, aber zu wenig Zoom nach vorne)
  • Olympus XZ-1 (so groß wie die Lumix, gleicher Brennweiten Bereich wie die S95, prima f/1.8 Linse)

Im Rennen sind die kleine Canon Powershot S95 und die Olympus XZ-1. Beide können RAW Daten, mit dem Camera RAW 6.4.1 kann Photoshop CS5 auch mit den Olympus Daten.  Die Lumix LX5 hätte ich gerne auch getestet, aber die war kurzfristig nicht verfügbar.

Von nun an vergleiche ich Äpfel mit Birnen, denn das habe ich vor. Das eine Obst wird mit dem anderen aber noch hart zu kämpfen haben. Als Referenz macht die 7D mit, mit dem 15-85 f/ 3.5-5.6 IS USM – einer echt schönen Linse, wenn auch nicht wirklich lichtstark. Der Bildstabilisator ist ziemlich gut. Auch die Panasonix Lumix DMC-TZ8 soll sich wehren dürfen, vielleicht sind ja die Edel-Kompakten nur Quatsch. Auch erlaube ich den einzelnen Kameras, ihre Vorteile auszuspielen, selbst wenn der Gegner sie nicht hat. Die Olympus ist weit Lichtstärker als die Powershot, soll sie es nutzen, wenn sie es kann. Ganz “unfair” bin ich gegenüber der kleinen Lumix, die kann keine Rohdaten, damit vermatscht die von sich aus.

Canon Powershot S95

Was kleiner als die Lumix, wirkt billiger. Hat bei Amazon rund 350 Euro gekostet. Wenn man die nebeneinander mal in Betrieb nimmt merkt man der Lumix an, dass das nix billiges ist. Die 10 MP und der nur 3,8 fache Zoom der Canon lässt die auf den ersten Blick ne Klasse drunter wirken. Erfreulicherweise ist die auch leichter und von den Abmessungen her “hosentaschentauglicher”. Einmal in Betrieb wissen meine Canon-Finger sofort wohin. Erste Enttäuschung: die f/2.0 ganz hinten sind nur noch f/4.9 ganz vorne. Egal. Erstmal sind meine Gefühle schwer gemischt – die Lumix hat ne Leica Optik, 12x Zoom, hervorragende Haptik. Die Canon begeistert mich nicht sonderlich.

OK, Akku laden, ab ans Fenster und mal den Dachfenster des Kinos gegenüber nehmen. Dahinter ist noch nen Wohnhaus und es gibt tolle Vorhänge innen – die sehe ich als “Detail-Test”. Macht sich gut, ist vor allem schnell.

Olympus XZ-1

Das ist Glas. Jede Menge davon, denn daraus besteht das klasse Zuiku 1.8-2.8 Glas. Wirklich beeindruckend – 110mm äquivalente Brennweite und noch f/2.5! Dass das Teil kopflastig wird, ist verständlich, wenngleich erstmal störend. Wirkt aber deutlich wertiger als die Canon und lässt auch die Lumix klar hinter sich.. Die Bedienung entpuppt sich als Katastrophe. Entweder bin ich für Olympus absolut nicht geschaffen, oder das ist echt unübersichtlich (Im Netz ist man sich recht einig, das ist echt nicht gut).

Die Ernüchterung kommt schnell:

  • Separater Objektiv-Schutzdeckel – mag die tolle Linse unterstreichen, aber unpraktisch
  • Akku kann nur in der Kamera geladen werden – externes Ladegerät um die 70 Euro
  • proprietäres USB Kabel. Was soll das?!?

Dafür toller Makro Modus! Ist auch nötig, denn die Naheinstellgrenze ist sonst mit rund 60cm sehr hoch.

Test

Um es kurz zu machen, die Olympus XZ-1 verliert diesen Test vollständig gegen die Canon Powershot S95 und muss sich hier und da sogar noch knapp die nicht mal halb so teure Lumix vom Hals halten. Die Olympus mag auf dem Papier die bessere Optik haben (die hat sie sicher wirklich!), aber das Paket der Canon schlägt sie einfach zu deutlich. Die Canon ist schärfer, rauscht deutlich weniger, hat ohne Makro Modus die weit kürzere Nahgrenze. Auch ist sie kleiner, leichter und kostet 80 Euro weniger. Da kann ich mit der billigen Haptik leben. Und das ist eigentlich meckern auf hohem Niveau.

Die Olympus kann vorne zwar schön freistellen, aber wenn ich fotografisch wirklich was will, nehm ich meine 7D.

Unterm Strich ist die Canon Powershot S95 die optimale Kompakt-Knipse. Sie ist sogar kleiner als die Lumix TZ-8 und optisch klar überlegen. Kostet ja auch fast das Doppelte. Bei gleich gutem Licht tut sich das nicht so besonders viel, wenn das Licht aber nicht mehr so gut, dann zeigt die Canon, was sie besser kann.

Bilder reiche ich nach :)

Probefahrt im Volvo S60

Guido am 19. Mai, 2011

Die Zeichen stehen auf Firmenwagen, der recht frei ausgewählt werden kann. Ich schwankte zwischen BMW 320d und Ford Mondeo Tdci – der BMW hat einen tollen Motor und eine sportliche Fahrwerksabstimmung und der Mondeo hat viel mehr Platz und ist vom Fahrwerk her weit komfortabler. Ich bin in meinem automobilen Leben viel Ford gefahren und war immer sehr zufrieden.

Erst dachte ich an nen sportlich zurechtgemachten 1er mit M-Fahrwerk usw. Aber mal ehrlich: über die Nordschleife fahre ich selten, öfter hingegen über belgische Autobahnen. Meine “Hausstrecke” von Hennef nach Mons sind gut 280 km – da steige ich gerne eine Minute später, aber mit intakten Bandscheiben aus :)

Kürzlich stand ich am Brüsseler Ring im Stau und neben mir war ein Volvo S60 – gefiel mir optisch auf Anhieb. Aus Spaß mal konfiguriert stellt sich raus, dass der auch preislich zum 3er und dem Mondeo passt.

Also einfach mal beim Volvo Händler in Siegburg angerufen und nach ner Probefahrt gefragt. Im Gegensatz zu den BMW Leuten in Siegburg hab ich kurzfristig nen Termin bekommen, und zwar konnte ich sowohl den D3 mit 163 PS als auch den D5 mit 205 PS fahren. Die von BMW haben schnell angefangen mich abzuwimmeln, als ich sagte, dass es ein Firmenwagen werden soll (und das Auto dann nicht bei denen gekauft wird). Auf die Idee, dass die Karre dort dann regelmäßig gewartet werden würde, sind die wohl nicht gekommen. Bei Volvo war das kein Thema…

Erst den S60 als D3 gefahren – das ist ein 2l 5-Zylinder. Natürlich mit Automatik, denn wenn ich Fenster und Sitze elektrisch bewege, warum soll ich dann von Hand schalten? Erster Eindruck:

  • geniale Sitze. Man sitzt vergleichsweise hoch, wie immer kratzt mein Kopf am Schiebedach. Das passiert auch bei nem 5er BMW oder ner Mercedes E-Klasse. Schiebedach einfach weglassen, dann pass ich da auch rein. Die Sitze sind “groß” – ich fühl mich auf Anhieb wohl dadrauf. Der Seitenhalt ist mäßig, aber wieder geht es ums entspannte “Kilometerfressen”.
  • Fahrwerk macht Spaß – imho genau der richtige Kompromiss aus Schluckvermögen und Sportlichkeit.
  • Der D3 Motor und das Getriebe sind Quatsch. Der Motor hat bei 3000 U/min seine maximale Leistung, im 6. Gang liegen aber nur 170 km/h an. Klar geht der weiter, das aber bei abfallender Leistung, was dann ab 170 echt zäh wird.
  • Die Fahr-Assistenz-Systeme nerven. Ewig piept das Ding.
  • Das Navi ist sinnvoll, die Sprachsteuerung prima. Das “mittlere” Lautsprecherpaket klingt prima.

Fazit: Tolles Auto, aber blöd motorisiert. IMHO spricht nix gegen niedriges Drehzahlniveau, aber die Höchstgeschwindigkeit sollte bei maximaler Leistung anliegen, oder sogar bei noch niedrigerer Drehzahl, aber nicht drüber. Gerade ein so drehmomentstarker, aber wenig drehfreudiger Diesel sollte nicht höher drehen, als nötig. Da fehlt ein Gang über dem 6.

OK, ich hab vorsorglich auch nen V60 (gleiches Auto, nur als Kombi) mit der D5 Maschine zur Probefahrt reserviert. Auch nen 5-Zylinder, aber 205 PS (neu erhältlich überarbeitet mit 215). Den kann man dann sinnvoll nicht nur bis 3000 U/min fahren, sondern der macht bis 4500 Touren weiter. Die Maschine harmoniert mit der Automatik viel, viel besser. Unten rum tut sich das nicht viel, aber wenn man den D5 gefahren ist, bestätigt sich der Eindruck, der D3 sei kastriert.

Wo mir auf der A3 schon bei 160 beim D3 aufgefallen ist, dass zügiges Fahren viel Anlauf braucht, tritt der D5 ganz anders an. Ganz schnell war ich auf 230 und konnte den Wagen entspannt laufen lassen – das ist die stimmige Motorisierung :)

Sonstige Eindrücke:

  • Der Kofferraum ist ein Witz – 380l. Ist mir aber egal, erstens kann man die Rückbank flach machen und 2. hab ich selten mehr dabei.
  • Kopffreiheit hinten ist ganz OK, aber hinter mir möchte man nicht sitzen. Ist auch wieder nicht mein Problem ;)
  • Die gefühlte Verarbeitungsqualität muss sich vor dem BMW 3er nicht verstecken, das ist eine Liga.

Unterm Strich ein klasse Auto, muss das mal durchrechnen – der große D5 Motor passt in die Leasingrate auf keinen Fall rein…

 

War ein toller Urlaub. Unterm Strich 4 Tage – 2 davon mit am Strand und am am Pool sowie 2 Tage Sightseeing rundrum. Ich hab Antalya und die Gegend immer für ne All-Inc. Betten-Burgen-Hochburg gehalten, das Image ist aber vollkommen falsch.

Klar kann man das machen, muss man aber nicht, man muss auch nicht aufs Party machen verzichten.

OK, Flug ab Leipzig/ Halle ist eine Zumutung, der Flug mit “Sky Airlines” sowieso. Selbst die kleinen 30-Mann Propellermaschinen von LOT bringen einen bequemer regional durch Polen als die A320 von Sky. Die haben allen Ernstes 31 Sitzreihen dadrin… Was solls, Bustransfer war ganz gut organisiert, mein Hotel war so etwa 2h vom Flughafen weg. Ankunft also so gegen 4h nachts. In der Minibar nur ein EINZIGES Bier, reichte mir aber für den Abend. Rest war ja All-Inclusive gebucht. Zimmer winzig klein, aber nett gemacht und sehr sauber und modern. Da ich dort nicht viel vor hatte, alles hübsch.

Das nähere Umfeld

umfasst das Hotel als solches, Strand, Läden um die Ecke am Tag drauf. Natürlich will man mir sofort das Hamam-super-alles Paket verkaufen, ich lehne dankend ab. Es kommt “Tweety” auf mich zu, mit “Ayse” im Schlepptau. Die beiden Animateurinnen. Tweety war schwer lustig, mit Ayse (sie hat niederländische Wurzeln) hab ich erstmal niederländisch gesprochen. Muss am Restalkohol des Bustransfers gelegen haben…

Futter gab es im Hotel in Buffet Form, war nix weltbewegendes, aber echt OK. Ich stellte fest, dass deutsch vom Personal besser verstanden wird, als englisch. War in Istanbul anders, aber was solls. Immerhin gab es Efes, _das_ Bier in der Türkei und echt trinkbar. Am Pool gab es noch ne Snackbar, wo da Efes genauso frisch gezapft wurde. Zum All-Inc. Absaufen also geeignet, aber das war nicht mein Ziel. Eine Straße weiter wurden Ausflüge verkauft – Busreisen zu verschiedenen Orten. Ich wählte eine Tour über Aspendos, irgendwelche Wasserfälle und Side – alles nett, um meine 7D auszuführen. Mittag mit drin für 25 Euro – her damit.

Das war zu 60% prima – denn zu den 3 echt netten Orten kamen 2 Kaffee-Fahrt Anteile dazu. “Besichtigung” einer Schmuck- und einer Souvenier Fabrik. Mit anderen Teilnehmern der Kaffeefahrt hab ich die Zeit aber herzhaft lachend rumgekriegt :)

In Alanya gibt es oben auf dem Berg eine alte Festung. Da kann man ähnliche Kaffeefahrten buchen, ich beschloss das aber zu Fuß zu tun – da sieht man einfach mehr. Runter dann mit der Taxe, wenn man handeln kann, dann kostet das bis ins Hotel nicht mehr, als bis runter.  Ich hab als Fahrziel einfach die nächste “Dolmus” Haltestelle angegeben, das ist nen Bus, der einen an Haltestellen einsammelt (für umgerechnet 50 Cent) und auf “Dur” (Stop) da rauslässt, wo man es dem Fahrer signalisiert. Also für nen Euro mehr bis vor die Haustür :)

In Alanya selber (2 km vom Hotel) jede Menge Dissen, organisiert von Tweety aus dem Hotel. Mit in der Truppe ein paar Russen, die allesamt ganz nett waren. Nur die Mucke taugte nix und ich ersuchte Metal. Ich landete mit Tweetys Unterstützung in nem “Doors” Laden: ne Harley und nen alter Chevy unter der Decke, nen V8 Block aufm Tresen. Mucke so im AC-DC Stil. Bier war teuer, der Whisky auch. Aber es gab Rock und auf der Theke tanzende Russen Chicks.  Den Abend drauf war ich wieder da :D

Mehr als urlaubsreif ging es wieder eingepfercht in ner Sky Airlines Sardinenbüchse zurück. Mit denen flieg ich sicher nie wieder, aber an die türkische Riviera sicher noch mal! Es war toll!

Fotos :D

Schwer gespannt

Guido am 19. April, 2011

bin ich auf den Kurzurlaub an der Türkischen Riviera. 205 Tacken mit Flug für 4 Tage All-Inc. ist geschenkt, schaun wir mal, was es wirklich kann.

Ich flieg da für 4 Tage hin um einfach mal abzuschalten, Strand werde ich nach 2 Stunden satt haben und dann mit der Cam um die Gegend ziehen. Die Gegend ist ziemlich genial also ab dafür :)

 

Oslo

Guido am 10. April, 2011

In Norwegen bin ich seit einer Woche und noch eine Woche.  Genaugenommen geschäftlich in Kolsås (das å spricht man als “o” aus, wie in “offen”), um dort ein System zu installieren. Die Flüge hin und zurück sind leider sehr ungünstig, daher bleib ich das Wochenende einfach hier. Preislich bleibt sich das gleich, ob nun die Flüge oder das Hotel bezahlt wird, wahrscheinlich ist es sogar billiger, hier zu bleiben.

Also hab ich die Kamera mitgenommen und bin nach Oslo gefahren. Das sind ungefähr 20 Kilometer mit der S-Bahn und das Bahnticket kostet nur 50 Kronen (einfache Fahrt). Das sind umgerechnet 6,40 Euro und somit vergleichsweise preiswert – es ist nämlich nur das 1,5 fache dessen, was man in Deutschland bezahlen würde. Bei vielen anderen Dingen ist es das Doppelte bis Dreifache. Für ein Sixpack Bier habe ich im Supermarkt (mit Sprit-Lizenz, das ist eher die Ausnahme) umgerechnet gut 18 Euro bezahlt. Wenn man hier preiswert essen möchte geht man zu McDonalds: Die Preise sind ebenfalls “nur” 1,5fach. Ein Döner kostet im günstigsten Fall 49 Kronen, also gut 6 Euro, wenn man im Restaurant eine Pizza und ein Bier möchte, sind 200 Kronen fällig (gut 25 Euro).

Immerhin ist das Licht kostenlos und es war genial! Ich bin am Nationaltheater ausgestiegen und habe dann einmal die Runde durch die Innenstadt gemacht. Begonnen hab ich am Schloss und bin dann Richtung Nationalgalerie. Dann in die Innenstadt und die Uni sowie das Nationaltheater mitgenommen.  Weiter zur Domkirche und langsam zur Küste.

Anschließend bin ich zur alten Festung rauf, die echt sehenswert war.  Dort jede Menge Japaner auf Fotosafari die sich selber knipsen lassen. Eine nette Japanerin drückte mir also ihre Nikon D700 mit dem genialen 24-70mm f/2.8 in die Hand (die mehr kostet, als meine 7D mit all meinen Linsen etc. pp) um sich vor irgend ner Statue ablichten zu lassen. Sie hatte die Cam auf Vollautomatik stehen – jammerschade, denn grad die Cam kann echt was :(

Zum Schluss bin ich dann von der Festung runter über den Hafen nach Aker Brygge, wo die Party abging :)

Hier ein paar Bilder:

Kurzer Abstecher in die Kaiserstadt

Guido am 27. März, 2011

Montag schaffe ich mal wieder in Mons in Belgien. Das ist einfache Strecke 285 km, mal eben morgens hinfahren und abends zurück ist daher nicht. Was bleibt, ist am Abend vorher hin und dort übernachten.

Was mich beim schönen Frühlingswetter aber nicht davon abhält, die 7D mitzunehmen und nen kleinen Abstecher in Aachen zu machen. Erstmal zum Samata Grill in Aachen Ost nen halbes Hähnchen inhalieren – wenn Gott ein Huhn ist, komme ich die Hölle. Keine Ahnung wie viele halbe Hächnchen ich verputzt habe, als ich dort noch gewohnt hab…

An Equipment leider die Hälfte vergesssen (GeLi für das Weitwinkel, Polfilter,…), aber was solls. Den meisten Spaß hatte ich eh mal wieder mit meiner geliebten 28mm f/1.8 Festbrennweite :)

Energiemix

Guido am 19. März, 2011

Man sagt ja heute, dass Kernkraft etwas ganz schlimmes ist. Die Szenen in Japan zeigen, dass das auch ganz böse enden kann. Vor 25 Jahren in der Ukraine ist das ganz böse geendet – Schwarzwild aus dem Allgäu würde ich heute nicht essen wollen. Ich weiß nicht ob es Cäsium 137 oder Strontium 90 ist, aber beide haben eine Halbwertszeit in der Größenordnung von 30 Jahren und die stammen aus der Wolke von Tschernobyl.

Aus Japan haben meiner Ansicht nach gelernt, dass Restzerfallswärme nicht zu unterschätzen ist und dass selbige eben auch in Abklingbecken stattfindet – siehe Reaktor 4. Die deutschen Siedewasser-Reaktoren sind da technisch nicht wirklich besser.

Die Reaktoren in Fukushima stammen aus den 70ern, haben aber immerhin ein Containment. Das ist bei den gerade abgeschalteten SWR der 69er Baureihe nicht der Fall. Nen Core-Catch haben die neueren Druckwasser-Reaktoren leider nicht. Der ehemaligen rot-grünen Bundesregierung sei es gedankt, dass in Deutschland auch keine Forschung mehr auf dem Gebiet der Reaktorsicherheit betrieben werden darf. Immerhin verdient Herr Schröder jetzt seine Millionen bei Gazprom.

Ein solches Core-Catch ist dazu da, eine Kernschmelze zu binden. Der Innovation der ehem. rot-grünen Bundesregierung sei dank, stehen 2 Reaktoren mit dieser Sicherheitseinrichtung in China – mit Reaktoren russischer Bauart. In Frankreich hatte man an sowas mal zusammen mit Siemens gearbeitet. So ein Reaktor entsteht gerade in Finnland. Deutsche Ingenieure sind da rot-grün sei dank nicht mehr involviert.

Was können wir hier in DE machen: die alten AKW abschalten, deren Restrisiko gerade neu bewertet wurde. Ja.

Alle anderen AKW abschalten? Bitte nicht. Denn dann werden wir sofort zum Importeur von Strom. Und der kommt dann bestenfalls aus französischen AKW oder aus dem Osten.

Wind: gerne. Wenn die Grünen das nicht ewig blockieren würden, hätten wir längst mehr davon. Offshore sehe ich die auch Grundlast-fähig.

Photovoltaik: Isoliert gerne, grundsätzlich ist das Quatsch. Es erfordert irre viel Energie, die Dinger überhaupt zu bauen und noch mehr Energie, die wieder zu entsorgen. Da das Halbleiter sind, sind die nach ein paar Jahren durch und bringen keine Leistung mehr. Dann muss man die entsorgen, was wieder Energie kostet. Insgesamt – wenn in DE betrieben – kosten die Dinger mehr Strom, als sie bringen. In Gebieten der Sahara sieht das natürlich ganz anders aus.

Insgesamt zeigt sich, dass ein deutscher Alleingang für ein verantwortungsvolles Abschalten kontraproduktiv ist.

Schlimm – ich habe mal gerechnet

Guido am 16. März, 2011

Es geht um Japan und die schrecklichen Vorkommnisse in den Reaktoren.

Die Berichterstattung ist beachtlich sachlich – ich hätte da mehr BILD-verkaufsfördernde Katastrophen-Berichterstattung erwartet. Nachdem rausgekommen is, dass selbst die Abklingbecken derzeit de facto nen Pool ohne Kühlung sind, habe ich gerechnet:

Annahme (physikalisch vollkommen falsch – weiss ich!) Wasser kann ideal Wärme leiten. Weiter angenommen, dass sich die Wärmekapazität bei steigenden Wassertemperaturen nicht ändert (auch falsch!). 1 kWh erwärmt 862l Wasser um 1 Grad C°. Rechnen wir mal mit 1000l.

460 MW elektrisch bei so nem alten SWR sind 1500 MW thermisch. Abklingend machen die Brennstäbe 3 bis 5% der thermischen Energie. Sagen wir also 50 MW – dicker Daumen. Ich habe keine Ahnung, wie viel (Meer)Wasser in so nen Reaktor hineingeht.  Nen öffentliches Freibad hat etwa 500.000 Liter Wasser drin unter das Annahme, dass es 25 x 10 x 2 Meter groß ist.

Sagen wir das zehnfache, 5000 Tonnen, 5.000.000 Liter. Wir brauchen, um 5.000.000 Liter Wasser um 1°C zu erwärmen, daher 5.000 kWh = 5 MWh. Um es um 100°C zu erwärmen, 500.000 kWh, also 500 MWh. 50 MW Wärme hat der Reaktorblock aber noch aufgrund des Restzerfalls. Somit ne Frage von 10 Stunden.

Mal eben “vollmachen” greift da nicht…

Beängstigend.

Serverumzug

Guido am 8. März, 2011

Mein vServerchen war ja in letzter Zeit mehr als unzuverlässig, teils tagelang nicht erreichbar.

Also Umzug zu Hetzner, diesmal “nur” Webspace. Allerdings brauch ich nicht wirklich nen Rootie, von daher tausche ich gerne Komfort und Verlässlichkeit gegen freie Konfiguration.

Umzug lief ganz glatt, auch die IMAP Mail Ordner konnte ich einfach in den neuen Speicherort kopieren – Schwein gehabt, dass alt wie neu das Maildir Format genutzt wird :)

Istanbul – kurzer Städte-Trip :)

Guido am 4. Januar, 2011
So, es geht nach Istanbul. Pünktlich kam auch die neue Digicam an, glücklicherweise habe ich sie auch gleich ausprobiert. Leider macht die alle 8
Pixel nen senkrechten schwarzen Streifen, so dass alle Bilder unbrauchbar sind. Mist, da habe ch mich richtig geärgert. Kommt halt die Lumix mit,
die mir in Island auch schon gute Dienste geleistet hat. Dazu kommt das Cullman Stativ mit, so dass ich die Lichtschwäche zuindest teilweise mit
Belichtungszeit ausgleichen kann.
Durch das Stativ kommt auch richtiges Gepäck zu Stande, ansonsten wär ich nur mit Handgepäck geflogen. Aber wer weiß, wahrscheinlich sind
Fotostative was ganz gefährliches und man kann sie nicht im Handgepäck mitnehmen. Das gilt ja auch für 125ml Zahnpasta Tuben, die sind auch ganz
böse.
Der Flieger geht um 07:45 ab FRA, also Wecker auf 3:30 gestellt. Um genau 3:30 hab ich ihn dann auch wieder ausgemacht, um pünktlich um 4:10 von
der Türklingel geweckt zu werden – das Taxi zum ICE Bahnhof in Siegburg stht vor der Tür. Also schnell in irgendwelche Klamotten rein, Taschen
geschnappt und runter. Um 4:20 saß ich im Taxi, um den Zug um 4:37 sicher zu bekommen.
In FRA gibts erstmal Frühstück und das obligatorische Hefeweizen – das trink ich immer, wenn ich irgendwo hinfliege und nicht arbeiten muss. So
kann man ganz einfach erkennen ob ich geschäftlich fliege und am selben Tag noch arbeiten muss, oder eben nicht.
Die Boeing 737-800 von Turkish Airlines steht in der hinterletzten Busposition, macht aber nix. Der Sitzabstand ist für Eco exzellent fast schon
auf Premium-Eco (oder wie die Airlines das auch immer nennen mögen) Niveau. Ich nehme eine Mütze voll Schlaf und bald gibt es Frühstück. Das ist
pappsüß, das Börek hingegen war lecker. Dass die Türken sich mit Kaffee auskennen war ja bekannt, soweit ist der Flug also schon mal fein.
Überhaupt ist der Vogel ganz gut in Schuss. Klar, kein Vergleich mit Emirates, aber braucht sich vor Lufthansa nicht zu verstecken – eher
andersrum. Der Vogel nach Island (etwa gleiche Flugdauer mit Icelandair, eher etwas länger) war deutlich beengter, vom Service mal ganz zu
schweigen.
Sogar das Bier an Bord ist umsonst! Auf Nachfrage gibt es Efes, das unter anderem aus Reis gebraut wird. Das hab ich bei ner Zwischenlandung in
Trabzon schonmal getrunken – das ist jetzt nicht der Gaumenschmaus, aber nach 3 Wochen Trockendock in K. fand ich es schon fein :) .
In Istanbul angekommen wollte ich erstmal ins Hotel um mal zu schauen, wo das eigentlich ist. Bei Internet-Blind-Buchungen kann “ganz am Zentrum”
bekanntlich alles bedeuten. Am Flughafen gab es außen zerrockte Taxen und innen “Transferservice”. Ich ging davon aus, dass alle Taxameter “grade
nicht funktionieren” und hab beim Transfer-Menschen nen Festpreis abgemacht. Das erste mal beschissen, war ja klar dass die mit dem Dreifachen
des Marktpreises anfangen und sich dann auf das doppelte runterhandeln lassen. Wurde mir aber erst später klar, denn der Kurs war subjektiv OK.
Autofahren in Istanbul:
Vorfahrt hat man nicht, Vorfahrt nimmt man sich. Erinnerte mich ein Wenig an Kabul. Ähnlich wuselig, dafür keine Eselkarren auf der Straße und
insofern kann man auch schneller fahren. Verkehrsregeln sind da eher “Vorschläge”. Man kann also auch ganz prima mit 110 durch ne 30er Zone
durch. Immerhin konnte der Fahrer seine SMS mit einer Hand schreiben, so dass die zweite wahlweise zum Lenken oder Schalten genutzt wurde.
Alle hatten schon gesagt, dass das Hotel ganz prima sei. Dachte ich erst an nen guten Riecher meinerseits (das Hotel war auch echt nicht
schlecht!), sollte ich schnell feststellen, dass die Leute in Istanbul einen einfach zu allem beglückwünschen, solange man fröhlich wird und
bereit ist, ein wenig mehr zu bezahlen. Bakschisch ist üblich und erwünscht.
Egal, erstmal futtern und das nähere Umfeld sondieren. Ich kam mir weniger in der Türkei, als in im südlichen Mittelmeer vor (was geografisch ja
auch passt). Kaum Kopftücher auf den Straßen, wuseliges Leben. Es erinnerte mich ein wenig an Neapel und der Eindruck sollte haften bleiben. Das
ist sehr positiv gemeint – ich meine jetzt nicht die brennenden Müllhaufen, sondern die offene, freundliche Art der Menschen.
Wie formuliere ich es politisch korrekt – ich versuche es mal: Kein Vergleich mit den in Deutschland über Generationen lebenden türkischen
Mitbürgern mit längst überholten Idealen. Steinigt mich, aber ich sehe das echt so – es war ne Mittelmeer-Atmosphäre und ich sah mich nicht in
einem Islamischen Land (was die Türkei ja offiziell auch nicht ist! lediglich ist dort praktisch jeder muslimischen Glaubens.).
OK, Hunger – ab in nen kleinen Laden in der Seitenstraße. Klar waren die super nett und freuten sich riesig, dass ich Deutscher bin. Es gab keine
Speisekarte (klar, da hätte man ja Festpreise draufschreiben müssen), sondern nen Wink zur Kühltheke. Da waren allerlei Leckereien und was ich
mir ausgesucht hab, kam auf den Holzkohlegrill. Dazu Efes, das gezapft echt geht. Das Essen war lecker und esgab den ersten üngläubigen Blick,
als ich das Sambal ähnliche Zeug schon beim ersten Spieß weg hatte :)
Satt zurück ins Hotel und die etwas groteske Kombination und Cullmann Magnesit 525 Stativ und der Lumix TZ8 Kamera klar gemacht und richtung
Zentrum. Da kann man auch mit der Tram fahren und ich ging ans Kiosk um Coins dafür zu kaufen. Ein Coin 3 Lira (€ 1,50), kann man mit der selben
Linie soweit fahren wie man will. Fairer Kurs, dachte ich…
… bis ich gesehen habe, dass es die am Automaten für 1,75 Lira gibt. Wo sie Touris bescheissen können, machen sie es. Die spielen echt in einer
Liga mit Neapel, wo ich sowas auch schon erlebt habe. Egal. Schaut Euch die Bilder an, die Blaue Moschee ist klasse und die Leute da sind super
weltoffen. Ich fragte aus Neugier, ob ich die überhaupt fotografieren darf. “Innen bitte ohne Stativ” sagten die Polizisten. Im Kölner Dom ist
“innen” mal gar nichts mit Fotografieren. Das fehlende Stativ machte mich kreativ – ich wollte dann zumindest ohne Blitz fotografieren (viele
haben dadrinnen auch mit fotografiert, aber das finde ich unhöflich) was bei dem Licht 2 Sekunden Belichtungszeit erfordert. Ging aber, dneke ich
:)
Wieder hungrig sondierte ich nach nen Restaurant und studierte die Preise an den Tafeln – gesalzen! Von überall kommen die natürlich an und
wollen einen in “ihr” Restaurant locken. Einem mit Dachterasse habe ich nachgegeben und bin 5 Stockwerke hoch. Oben waren natürlich alle Preise
mal 2, aber der Ausblick war so genial, dass mir das egal war. Während es dämmerte machte ich die Speicherkarte voll und den Akku leer :)
Tag 2
Leicht verkatert aufgestanden ging es zum großen Basar. Dort erstmal Döner Kebap gefuttert, tut sich aber nicht viel mit unserem Döner hier. Auf
dem Basar selbst das Gewusel schlechthin, nicht so mein Ding. Also zur Galata Brück und den Bosporus hochgewandert. Dabei kam ich am Stadion von
Besiktas vorbei, wo gerade Fußball gespiel wurde – wa steppte der Bär! Das war so mittelmäßig spannend, die Aussicht am Bosporus hingegen war
ziemlich cool. Die Brücke ist halt eine Brücke, nur eben eine recht große. Da ich meinen Rückflug nicht verpassen wollte machte ich kehrt und auf
dem Weg zurück waren die Straßen übervoll mit Menschen – das Spiel war aus und Besiktas hatte 2:1 gewonnen. Party pur.
Fazit: Geniale Stadt, wo ich mit weit mehr Zeit unbedingt nochmal hin muss!

So, es ging nach Istanbul. Viel zu spät online, aber ich kam einfach nicht dazu :/. Ich war dort in der ersten Dezember-Woche. Egal.

Pünktlich kam auch die neue Digicam an, glücklicherweise habe ich sie auch gleich ausprobiert. Leider macht die alle 8 Pixel nen senkrechten schwarzen Streifen, so dass alle Bilder unbrauchbar sind. Mist, da habe ch mich richtig geärgert. Kommt halt die Lumix mit, die mir in Island auch schon gute Dienste geleistet hat. Dazu kommt das Cullman Stativ mit, so dass ich die Lichtschwäche zuindest teilweise mit Belichtungszeit ausgleichen kann.

Durch das Stativ kommt auch richtiges Gepäck zu Stande, ansonsten wär ich nur mit Handgepäck geflogen. Aber wer weiß, wahrscheinlich sind Fotostative was ganz gefährliches und man kann sie nicht im Handgepäck mitnehmen. Das gilt ja auch für 125ml Zahnpasta Tuben, die sind auch ganz böse.

Der Flieger geht um 07:45 ab FRA, also Wecker auf 3:30 gestellt. Um genau 3:30 hab ich ihn dann auch wieder ausgemacht, um pünktlich um 4:10 von der Türklingel geweckt zu werden – das Taxi zum ICE Bahnhof in Siegburg stht vor der Tür. Also schnell in irgendwelche Klamotten rein, Taschen geschnappt und runter. Um 4:20 saß ich im Taxi, um den Zug um 4:37 sicher zu bekommen.

In FRA gibts erstmal Frühstück und das obligatorische Hefeweizen – das trink ich immer, wenn ich irgendwo hinfliege und nicht arbeiten muss. So kann man ganz einfach erkennen ob ich geschäftlich fliege und am selben Tag noch arbeiten muss, oder eben nicht.

Die Boeing 737-800 von Turkish Airlines steht in der hinterletzten Busposition, macht aber nix. Der Sitzabstand ist für Eco exzellent fast schon auf Premium-Eco (oder wie die Airlines das auch immer nennen mögen) Niveau. Ich nehme eine Mütze voll Schlaf und bald gibt es Frühstück. Das ist pappsüß, das Börek hingegen war lecker. Dass die Türken sich mit Kaffee auskennen war ja bekannt, soweit ist der Flug also schon mal fein.

Überhaupt ist der Vogel ganz gut in Schuss. Klar, kein Vergleich mit Emirates, aber braucht sich vor Lufthansa nicht zu verstecken – eher andersrum. Der Vogel nach Island (etwa gleiche Flugdauer mit Icelandair, eher etwas länger) war deutlich beengter, vom Service mal ganz zu schweigen.

Sogar das Bier an Bord ist umsonst! Auf Nachfrage gibt es Efes, das unter anderem aus Reis gebraut wird. Das hab ich bei ner Zwischenlandung in Trabzon schonmal getrunken – das ist jetzt nicht der Gaumenschmaus, aber nach 3 Wochen Trockendock in K. fand ich es schon fein :) .

In Istanbul angekommen wollte ich erstmal ins Hotel um mal zu schauen, wo das eigentlich ist. Bei Internet-Blind-Buchungen kann “ganz am Zentrum”

bekanntlich alles bedeuten. Am Flughafen gab es außen zerrockte Taxen und innen “Transferservice”. Ich ging davon aus, dass alle Taxameter “grade nicht funktionieren” und hab beim Transfer-Menschen nen Festpreis abgemacht. Das erste mal beschissen, war ja klar dass die mit dem Dreifachen des Marktpreises anfangen und sich dann auf das doppelte runterhandeln lassen. Wurde mir aber erst später klar, denn der Kurs war subjektiv OK.

Autofahren in Istanbul:

Vorfahrt hat man nicht, Vorfahrt nimmt man sich. Erinnerte mich ein Wenig an Kabul. Ähnlich wuselig, dafür keine Eselkarren auf der Straße und insofern kann man auch schneller fahren. Verkehrsregeln sind da eher “Vorschläge”. Man kann also auch ganz prima mit 110 durch ne 30er Zone durch. Immerhin konnte der Fahrer seine SMS mit einer Hand schreiben, so dass die zweite wahlweise zum Lenken oder Schalten genutzt wurde.

Alle hatten schon gesagt, dass das Hotel ganz prima sei. Dachte ich erst an nen guten Riecher meinerseits (das Hotel war auch echt nicht schlecht!), sollte ich schnell feststellen, dass die Leute in Istanbul einen einfach zu allem beglückwünschen, solange man fröhlich wird und bereit ist, ein wenig mehr zu bezahlen. Bakschisch ist üblich und erwünscht.

Egal, erstmal futtern und das nähere Umfeld sondieren. Ich kam mir weniger in der Türkei, als in im südlichen Mittelmeer vor (was geografisch ja auch passt). Kaum Kopftücher auf den Straßen, wuseliges Leben. Es erinnerte mich ein wenig an Neapel und der Eindruck sollte haften bleiben. Das ist sehr positiv gemeint – ich meine jetzt nicht die brennenden Müllhaufen, sondern die offene, freundliche Art der Menschen.

Wie formuliere ich es politisch korrekt – ich versuche es mal: Kein Vergleich mit den in Deutschland über Generationen lebenden türkischen Mitbürgern mit längst überholten Idealen. Steinigt mich, aber ich sehe das echt so – es war ne Mittelmeer-Atmosphäre und ich sah mich nicht in einem Islamischen Land (was die Türkei ja offiziell auch nicht ist! lediglich ist dort praktisch jeder muslimischen Glaubens.).

OK, Hunger – ab in nen kleinen Laden in der Seitenstraße. Klar waren die super nett und freuten sich riesig, dass ich Deutscher bin. Es gab keine Speisekarte (klar, da hätte man ja Festpreise draufschreiben müssen), sondern nen Wink zur Kühltheke. Da waren allerlei Leckereien und was ich mir ausgesucht hab, kam auf den Holzkohlegrill. Dazu Efes, das gezapft echt geht. Das Essen war lecker und esgab den ersten üngläubigen Blick, als ich das Sambal ähnliche Zeug schon beim ersten Spieß weg hatte :)

Satt zurück ins Hotel und die etwas groteske Kombination und Cullmann Magnesit 525 Stativ und der Lumix TZ8 Kamera klar gemacht und Richtung Zentrum. Da kann man auch mit der Tram fahren und ich ging ans Kiosk um Coins dafür zu kaufen. Ein Coin 3 Lira (€ 1,50), kann man mit der selben Linie soweit fahren wie man will. Fairer Kurs, dachte ich…

… bis ich gesehen habe, dass es die am Automaten für 1,75 Lira gibt. Wo sie Touris bescheissen können, machen sie es. Die spielen echt in einer Liga mit Neapel, wo ich sowas auch schon erlebt habe. Egal. Schaut Euch die Bilder an, die Blaue Moschee ist klasse und die Leute da sind super weltoffen. Ich fragte aus Neugier, ob ich die überhaupt fotografieren darf. “Innen bitte ohne Stativ” sagten die Polizisten. Im Kölner Dom ist ”innen” mal gar nichts mit Fotografieren. Das fehlende Stativ machte mich kreativ – ich wollte dann zumindest ohne Blitz fotografieren (viele haben dadrinnen auch mit fotografiert, aber das finde ich unhöflich) was bei dem Licht 2 Sekunden Belichtungszeit erfordert. Ging aber, dneke ich :)

Wieder hungrig sondierte ich nach nen Restaurant und studierte die Preise an den Tafeln – gesalzen! Von überall kommen die natürlich an und wollen einen in “ihr” Restaurant locken. Einem mit Dachterasse habe ich nachgegeben und bin 5 Stockwerke hoch. Oben waren natürlich alle Preise mal 2, aber der Ausblick war so genial, dass mir das egal war. Während es dämmerte machte ich die Speicherkarte voll und den Akku leer :)

Tag 2

Leicht verkatert aufgestanden ging es zum großen Basar. Dort erstmal Döner Kebap gefuttert, tut sich aber nicht viel mit unserem Döner hier. Auf dem Basar selbst das Gewusel schlechthin, nicht so mein Ding. Also zur Galata Brück und den Bosporus hochgewandert. Dabei kam ich am Stadion von Besiktas vorbei, wo gerade Fußball gespiel wurde – wa steppte der Bär! Das war so mittelmäßig spannend, die Aussicht am Bosporus hingegen war ziemlich cool. Die Brücke ist halt eine Brücke, nur eben eine recht große. Da ich meinen Rückflug nicht verpassen wollte machte ich kehrt und auf dem Weg zurück waren die Straßen übervoll mit Menschen – das Spiel war aus und Besiktas hatte 2:1 gewonnen. Party pur.

Fazit: Geniale Stadt, wo ich mit weit mehr Zeit unbedingt nochmal hin muss!

Edit: Kurze Anmerkung zu der Bildergalerie: In allen halbwegs von nach Noahs Arche stammenden Browsern funktioniert sie gut, im IE (getestet bis IE8, dem letzten “stable”) allerdings nicht vernünftig. Das liegt daran, dass die Herrschaften aus Redmond eine nur 9 oder 10 Jahre alte und vom W3C seit Ewigkeiten bevorzugte Technologie namens “CSS” nach wie vor nicht sauber unterstützen. Sorry M$, auf Euch nehme ich da keine Rücksicht!