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Daimos.de

Ein kleiner Mond, ein schönes Blog :)

Das ist ein Scanner, den ich mir vor 12 Jahren einmal für teures Geld gekauft habe, weil er die damals atemberaubende Auflösung von 300 x 600 dpi konnte.

Weil USB noch nicht erfunden war konnte man Scanner damals entweder an den Parallelport anschließen und durch den Drucker durchschleifen (oder andersrum, was aber nie wirklich funktioniert hat) oder eben per SCSI. Das war seinerzeit ein 25-poliger Narrow-SCSI Anschluss, ein entprechender 16-bit ISA-Bus SCSI Controller war netterweise im Lieferumfang enthalten (bei ich glaube rund 400 Mark Kaufpreis konnte man das auch erwarten).

Da die Zeit nicht stehenblieb, starb der 16-bit ISA-Bus aus und ich erwarb für damals teuer Geld einen Dawicontrol PCI Controller mit irgendsoeinem LSI Chip, der sich schnell als Fehlinvestition herausstellte, da er kein eigenes BIOS hatte. CD-Brenner waren seinerzeit nur als SCSI Geräte wirklich brauchbar, da die IDE Geräte ewig Buffer-Underruns hatten, was damals das Ende eines Brennvorgangs bedeutet hatte. Ein Controller ohne BIOS ist allerdings nicht bootfähig, somit kann man eben nicht von CD-Rom booten (die DVD war noch nicht erfunden). Wir schreiben in etwa das Jahr 1998.

Also musste ein SCSI Controller mit BIOS her, der 2 Kanäle bedienen konnte und auch Festplatten aufnehmen sollte. Ich hatte schon damals eine Vorliebe für SCSI Platten, nur waren die mir schlicht zu teuer und vor allem zu klein. Zur Erinnerung: IDE Festplatten waren vielleicht 10 GB groß und haben hunderte von Mark gekostet, SCSI Festplatten waren kleiner und teurer. Windows 98 löste Windows 95 ab, was die Spielerei anging, wer es 32-bittig wollte nutzte das flammneue Windows NT 4.0. Linux war im Kernel 2.0.x.

Meine Wahl fiel irgendwann auf (abermals) einen Dawicontrol – diesmal ein DC-2976UW, der maximal 40 MB/s brachte. Wieder musste ein teurer Adapter für den Scanner her, aber immerhin konnte der Strang im Inneren (ein CD-Rom Laufwerk und ein Brenner, die sogar on the fly kopieren konnten, während man mit dem System was gemacht hat!) auf Wide laufen, während der Scanner extern Narrow lief.

Irgendwann starb das SCSI Zeug aus, da inzwischen eine Technologie namens Burn-Proof herauskam, so dass auch IDE Brenner selbst unter Last nutzbar wurden.  Inzwischen war dieser Scanner 5 Jahre alt und wurde bereits zum Fossil. Unter Win 2000 hab ich allerdings an dem sündteuren Dawi Controller mit NT4 Treibern fleißig weitergescannt. NT 4.0 Treiber unter 2k zu nutzen hat öfter funktioniert, als man das gemeinhin annimmt.

Irgendwann habe ich die Lust an dem Multimedia Geraffel verloren und Scanner und Controller waren nur noch aus Nostalgie-Gründen installiert und irgendwann auch nicht mehr.

Zwischenzeitlich (Im Jahre 2008) hab ich mir wieder einen SCSI Controller angeschafft, wieder einen LSI, allerdings einen Megaraid 320-2E (der mit den Vorgängern nur den Namen gemeinsam hat). Der ist für Festplatten, die es bei $Auktionshaus ab und an für vergleichsweise Spottpreise gibt. Betriebssystem auf einem 15k SCSI RAID0 macht schon Laune. Einen Scanner an sowas anzuschließen – in der Theorie machbar – da das aber auch die Platten auf Narrow bremst, undenkbar.

Also im Keller ein wenig rumgegraben und den uralten Dawi ausgegraben (den ohne BIOS, um den RAID Controller nicht durcheinander zu bringen – schließlich wollen beide ID7 sein, was beim Booten dann knallt). Den kleinen Adapter irgendwann auch gefunden dachte ich: OK, hau den Scanner mal dran.

Das Lustige ist: Es funktioniert! Auf irgendso einer Ami-Seite gibt es tatsächlich Treiber für den Scanner (nach wie vor auf den NT4 Treibern basierend, aber so what), die unter XP SP3 laufen. Ein erster Test auf 600 dpi brachte durchaus respektable Ergebnisse. Um alle 2 Jahre mal etwas einzuscannen bin ich also nach wie vor mit einem 12 Jahre alten Scanner gerüstet :D

Mal sehen, was Linux und Vista (beide mittlerweile 64 bit) davon halten …

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