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Daimos.de

Ein kleiner Mond, ein schönes Blog :)

es kam, wie es kommen musste: Das sogenannte Hotel war zu und beim Anruf der besagten Nummer klingelte es innen.

Aber der Reihe nach: Ein Server-System beim Kunden lief nicht mehr und ich durfte Feuerwehr spielen. Es ging um das System in Valdahon in Frankreich in malerischer Umgebung. In den ICE rein und nach Basel gefahren. Ab Freiburg fährt das Teil nur 100 oder so – da hätte ich lieber schon da nen Leihwagen genommen. Strecke bis Valdahon hätte sich sicher nicht viel genommen, da man in jedem Fall über Mühlhausen fahren muss. Egal.

Dort angekommen ab zum Bus zum Flughafen – dort sollte mein Leihwagen rumstehen. Stand er auch, ein Seat Exeo oder so. Gefühlt ein Rucksack-Spanier-Golf ist da die alte Audi A4 Technik drunter. Auch von der Silhuoette stimmt das. Als Motor kam da irgend son TDI zum Einsatz, der durchaus OK war. Dafür dass ich Golf Klasse reserviert habe, mehr als zufrieden. Die Karre nahm unter 6 Liter Diesel auf 100 km – und trotz frz. Autobahnen war ganz gut Action angesagt.

In dem Ding war aber kein Navi drin und es sollte sich als sinnvoll erweisen, dass ich für 20 Fränkli am Tag ein TomTom dazu genommen habe.

Also ab nach Valdahon. Weil ich schon mal dort war, hab ichs nur zur Sicherheit angemacht. Das sogenannte Hotel war wie gesagt zu und ich klapperte alles in der Umgebung ab – in Valdahon selbst gibt es ein Hotel und auf dem Hinweg 5 km vorher auch eins – beide zu. Also TomTom nach POI fragen und hin – 15 km durchs NIX fahren und in nem Kaff ankommen wo es kein Hotel gab. Das Spiel aufs neue. Wieder nix. Dann ein Schild – ** Hotel Restaurant in ORNANS – ein Kaff 20 km von Valdahon aber noch nicht Besancon, wo es morgens immer wüst Stau gibt.

Natürlich sprach der Garcon kein Deutsch und dessen Englisch war gruseliger als mein Frz. Ich hab ihm dann begreiflich gemacht, dass ich dort 2 Nächte pennen möchte und auch Frühstück haben möchte. Rechnung bitte auf die Firma (Visitenkarte rübergeschoben). Das war dann der Overkill und der Koch kam raus und erledigte das in lupenreinem Deutsch. Offenbar kam es gut an, dass ich es zuerst in frz versucht habe und nicht direkt nach englisch gefragt habe.

Er konnte auch den Computer bedienen und ich bekam ein Zimmer. Es war OK, Bett sehr bequem und sanitäre Einrichtungen modern und sauber.  Sogar WIFI gab es für umme! Zu dumm, dass ich noch schaffen musste. Der Garcon mühte sich mit englisch als ich in meinem mühseligen frz nach einem Abendessen fragte. Es gab Gulasch mit irgendwas. War aber lecker und nix wie ab nach Valdahon zum Übungsgelände, wo ein “Patient” auch mich wartete.

Dort angekommen waren die Wachen auf einmal ganz straff und es sollte schlimmer kommen. Der belgische Major der das koordinieren sollte hatte rein gar nix gemacht und ich konnte mit sonstwelchen NATO Papieren wedeln, NIX. Irgendwann konnte ich nen Spanier davon überzeugen, mich escorted zu den Admins, wo ich arbeiten sollte zu begleiten und die haben mich dann wieder erkannt und alles war prima. Ich habe die kaputte Farm dann flach gemacht und neu installiert.

Am nächsten Tag dann total der Sicherheitsanfall der Jungs vor Ort. Da der belgische Major wie gesagt nix gemacht hatte, Plan B und ganz nett sein. Gut, dass ich schon mal da war. Also brav alle elektronischen Geräte registriert und zack, war ich nach nur 60 Minuten laut meinem Ausweis Angehöriger des 1st NSB. Auch in Zivil geht das offenbar.

Ab zum Server Zelt. Ne dänische Soldatin (Oberleutnant denke ich) wollte mich dann kontrollieren aber sah dann, dass wir ja “in der selben Einheit” dienen (“ah, you are 1st NSB”). War witzig – ich sagte ihr, dass ich seit etwa 5 Minuten auch dänischer Fernmelder sei und wir haben beide gelacht. Dass ich keinen  Besucherausweis hatte sondern “regulärer Übungsteilnehmer” war, sollte sich noch als nützlich herausstellen.

Also wieder an die Arbeit. Ging alles viel zu glatt, bis 16:00 Uhr hatte ich das System komplett up and running. Also wieder nen Snapshot und Replikation angeworfen. BAMM – SQL Server weggeraucht. Warum – weil ich Vollidiot beim Flachmachen nicht alle Snapshots gelöscht hatte. OK, den Schnitzer ausgebügelt und das Ding wieder an geschmissen. Kleinigkeiten anderer Natur wollten immer noch nicht, aber leider nix was ich ohne Programmier Kenntnisse lösen kann. War aber auch nix wildes.

So gegen 23:00 da raus und ab heim ins Hotel. Dort wie ein Stein ins Bett gefallen und abermals super gepennt. Auschecken verlief schwierig, weil ich ne Rechnung auf die Firma brauche – sonst ist da nix mit Kosten Erstattung. Der Garcon konnte aber den Computer nicht bedienen und stellte dann irgendwas von Hand aus. Nen Kassenbon gibts auch noch, ich denk das wird gehen :)

Wieder in Valdahon (Montag morgen, Geschäfte wieder offen)  erstmal zum Super-U und kräftig Kekse kaufen. Die dänischen Admins haben immer Kaffee am Start und müssen den widerlichen Fraß der frz. Truppenverpflegung fressen. Kekse sind da Tauschwährung! Darüberhinaus ist das 1st NSB nicht nur eine neue militärische Heimat :P – sondern mit den Jungs konnt man wirklich super arbeiten. Den vorgenannten belgischen Major kennen die auch als totalen Voll-Horst.

Als nächstes kam der ultimative Beweis der Ekligkeit des Essens vor Ort: Ich brauchte zum Testen des nunmehr laufenden Systems nen User und nen Passwort für selbigen. Der dänische OR3 hat mir das Passwort auf die Rückseite eines Essens-Gutscheins geschrieben – der war noch gültig!  Wenn die ihre Essens-Marken schon als Post-iT nutzen, muss das echt fies sein!

OK, System ging so weit, ab nach Haus. Ab nach Basel, dort ne Tanke gesucht und auch gefunden. Da kam ne abgewrackte Frau raus und schimpfte, dass ich tanke – das war keine SB Tanke! Upps… Also hab ich um Volltanken gebeten und zurück zum Flughafen (Europcar konnt mir nur dort am Samstag nen Auto geben und dahin musste der dann auch zurück).

Der Französische Sektor

Abermals ein Loblied auf das TomTom. Ich fahr nicht nach Navi, wenn ich es nicht muss. Aber es kannte den Flughafn, Tanken drumrum und vor allem das Hotel in Ornans. Es sah aber alles anders aus, als bei meienr Ankunft dort. Egal, Tür auf, Europcar Schalter. Mit dem Auto konnten die auch was anfangen. Dennoch fehlte mir irgendwie der Bus nach Basel, Bahnhof, gab es allerdings Busse nach Mühlhausen und noch irgendwas.

DANN: ZOLL!

Grenzkontrolle mitten im Airport. Der Grenzer kannte weder englisch noch deutsch aber mein Koffer war schwer interessant. Alles auf französisch. Ich fühlte mich wie vor 20 Jahren, als es in Europa noch Grenzen gab.  Der Euro-Airport hat nen schweizer-Sektor und nen frz Sektor! So richtig mit Douane und so!

OK, ich bin ja lieb und ab zum Bus zurück zum Bahnhof.

MURPHY

Der Bus kam um 15:15 an, der nonstop-ICE bis Hennef fährt um 15:12. Begeisterung pur, fährt der nächste über Frankfurt nach Berlin – also Umsteigen in Mannheim. Der kam dann auch, nen lauschiges Plätzchen gesucht und dann gings los: DADADA BAABBABA LA BLABLABLA – PARLA ITALIANA – DADADADADAADA

Es handelte sich um eine Klassenfahrt einer Schule in Mailand – geschätzt 25 Schüler von etwa 14 Jahren. Ich habe fluchtartig den Wagen verlassen und mich in ein Abteil verkrochen. Ich öffnete ein Pilsbier und atmete tief durch. Ein freundlicher älterer Herr kam rein und fragte, ob noch ein Platz frei sei. Ich antwortete, dass deren 5 frei sind.

Das war Murphys Ende.

Der Herr war ein Pfarrer und cool drauf. Sein Job ist irgendie, Religionsunterricht in Schulen etc zu koordinieren. Wir sprachen über unsere Berufe, Gott, die Welt, islamischen Religionsunterricht (den er befürwortete!) und vieles mehr. War ein cooles Gespräch!

Um auf die Überschrift zurück zu kommen: Warum ham mich die paar Brocken Frz gerettet: weil ich ohne sicher ziemlich blöd da gestanden hätte! Spontan im Hotel sagen was ich will. Internet Zugang per WIFI, ich hätte gerne ein Abendessen, aber nur heute. Morgen nur Frühstück. Ich reise alleine. Wenn ich nachts um 2 zurückkomme, wie komme ins Gebäude rein (durch eine dafür bestimmte Seitentür)?

Bei den Wachen am Gelände klar machen, dass die mich da drin kennen und der mich nur an einen bestimmten Ort begleiten soll – mittags was im Restaurant bestellen ohne sich wie ein Außerirdischer zu fühlen. Oder bei der Peage nach einer Quittung fragen. Und und und.

Ich muss da was tun – ich habe es bislang als selbstverständlich erachtet, dass das mit Englisch alles geht, wenn man NATO mäßig unterwegs ist. Trugschluss!

1 Kommentar zu “Meine paar Brocken Frz haben mich gerettet”

schöner Trip. In Mannheim am Bahnhof hab ich auch mal chillen müssen

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