Es wird ja lustig diskutiert, dass wir ein Tempolimit von 130 km/h auf unseren Autobahnen brauchen, vor allem in der roten Ecke ist man sich dessen sehr sicher.
Belegt wird das mit ganz lustigen Zahlen, die angeben, dass der Verkehr in Deutschland rund 50% der CO2 Emissionen ausmache und man durch ein Templimit extrem viel einsparen kann. Das mag an sich stimmen, ist als Argument für ein Templimit von 130 auf Autobahnen allerdings etwa so aussagekräftig, wie Paris Hiltons Statements über Stil und Kultur.
Klar ist, dass CO2 Emissionen runter, und nicht rauf sollen. Damit die Statistik der Genossen aber Sinn macht, müssen folgende Bedingungen zumindest näherungsweise erfüllt sein:
- 100% des Verkehrs findet auf Straßen statt
- 100% des Straßenverkehrs findet auf Autobahnen statt
- 100% der Autobahnkilometer sind ohne Tempolimit
- 100% der Verkehrsteilnehmer können schneller als 130 fahren (LKW und Busse eingeschlossen)
- 100% der Verkehrsteilnehmer wollen schneller als 130 fahren
- 100% der Autobahnstrecke gibt zu 100% Zeit aufgrund der Verkehrssituation die Möglichkeit her, schneller als 130 zu fahren.
Mal ehrlich – ich bin kein Experte im Bereich der Statistik, aber wir wissen alle, dass es anders ist, als die Genossen uns das vorrechnen. Ich persönlich tippe auf ein Einsparpotenzial von unter 0,5%.
Schaffen wir lieber intelligente Verkehtrsleitsysteme, die sowas dynamisch regeln und machen wir eine CO2 abhängige Kfz Steuer. So werden sparsame Autos gefördert – und keine Bürger gegängelt. Wenn ich mit einem sparsamen Direkteinspritzer mit konstant 180 auf einer menschenleeren Autobahn am Sonntag Vormittag unterwegs bin, ist das weniger CO2 als ein 15 Jahre alter Rost-Kleinwagen im Stadtverkehr.