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Daimos.de

Ein kleiner Mond, ein schönes Blog :)

Es ist derzeit kalt in Deutschland. Sogar sehr kalt – teilweise sogar minus 10 Grad Celsius und teilweise noch drunter o_O.

Ich fahre mit der Bahn zur Arbeit. Das ist normalerweise durchaus bequem, denn man hat keinen Stau, beschlagene Scheiben oder dergleichen. Darüber hinaus ging ich bis zum Anfang dieser Woche davon aus, dass das Erliegen des Verkehrs bei rund 10 cm Schnee (hier in Aachen ist das für den Verkehr tödlich) auf der Schiene ausbleibt.

Aber weit gefehlt:

Montag, den 05.01.2009:

Erster Arbeitstag nach der Feierei und mit dem Gedanken zum Bahnhof gedackelt, dass die Autofahrer heute die Hölle haben und ich pünktlich und entspannt erscheine. Gut, es lag ein wenig Schnee, aber der Zug (ein Regionalexpress der Linie 9 von Aachen nach Siegen) kam fast pünktlich. Da der in Köln immer 13 Minuten steht (Wartezeit), passte alles. Bis etwa 500 Meter vor Troisdorf der Zug stehen blieb. Erst fehlte ein Signal, dann war ne Weiche “gestört”, was sich als eine Vereisung herausstellte. Die Enteiser kamen dann aus Kölle und der Zug stand fast ne Stunde.  Erster Arbeitstag 2009 und ne gute dreiviertelstunde zu spät. Super.

Dienstag, den 06.01.2009:

Ein bisschen schlauer ein bisschen früher zum Bahnhof. Eine Viertelstunde vor “meinem” Zug fahren nämlich noch 2 andere auch über Köln, wo es S-Bahnen gibt, die über eigene Gleise verfügen, die keine Weichen haben (und somit nicht einfrieren können). Dachte ich.

Was nicht kam, waren die früheren Züge, denn sie kamen gar nicht bis später. Dann war in Langerwehe (das ist zwischen Aachen und Köln) eine “Türstörung”. Richtig – eine TÜR HATTE EINE STÖRUNG. In einem hochmodernen Doppelstockwagen, meines Wissens von Bombardier gefertigt (die Konzernmutter ist afaik aus Kanada, wo es im Winter auch schon mal kalt wird).  Jedenfalls stand der Zug dann rund 10 bis 15 Minuten rum und trudelte 36 Minuten zu spät in Kölle ein. Die Durchsage im Zug führte dies auf Witterung, hohe Streckenauslastung und (kein Witz!) – die Türstörung zurück. Also raus aus dem RE1 (der fährt nach Hamm weiter und bringt einem nichts, wenn man Richtung Siegburg möchte) und nach dem RE9 Ausschau gehalten. Dieser wurde zunächst mit 10 Minuten Verspätung angekündigt.  Am Bahnsteig waren wir dann 3 Arbeitskollegen und dachten uns unseren Teil, als aus den 10 Minuten 20 wurden. Wir entschieden, das Gleis zu wechseln und auf die S-Bahn auszuweichen.

Kaum unten im Kölner HBF kam die Durchsage, dass der ersehnte RE9 nun Einfahrt habe. Also wieder hoch gesprintet. Die 20 Minuten blieben, aber immerhin kamen wir mit erträglicher Verspätung an.

Mittwoch, den 07. 01. 2009

Der Mensch ist ja lernfähig:

1. Es gibt im Internet die prima Möglichkeit sich anzeigen zu lassen, ob eine Verbindung pünktlich ist. Heute also als ich aus der Dusche kam nachgesehen: der 06:53er – pünktlich. der 07:00er – pünktlich. der 07:14er (eigentlich mein RE9) – pünktlich.

2. Da es Türstörungen in den hochmodernen Doppelstockwagen gibt entschied ich, den 07:00er RE nach Köln-Deutz zu nehmen, da das ne alte Bimmelbahn mit mechanisch betätigten Türen ist. Das Ding ist zwar vom Komfort nicht mit dem RE9 vergleichbar, aber immerhin sind Türstörungen da weitgehend auszuschließen. Dann halt weiter mit der S-Bahn…

Aber weit gefehlt. Der (verspätete) RE1 war nicht verspätet genug und war gerade weg. Macht nix, ich wollte ja nur einen Zug früher nehmen. Nun wurde es aber kompliziert:

Der RE9 (der eigentlich um 07:14 in Aachen abfährt), kam gar nicht, da er – weil übelst verspätet – auf seiner letzten Tour von Kölle zurück schon in Stolberg wieder umdrehte (nach Köln) und Aachen auf der Tour gar nicht anfuhr. Einfach formuliert: Ab Aachen gab es diesen Zug heute morgen gar nicht.

Dann kam gegen 07:10 oder so ne Ansage, dass in wenigen Minuten der RE9 von Aachen über Köln nach Siegen einführe. Super dachte ich, zumindest heute ist der mal pünktlich – stand ja auch so im Internet. Nach “wenigen” Minuten kam dann um kurz vor halb auch der Uralt-Zug nach Deutz, der abermals als der RE9 angepriesen wurde.  Also nix wie rein und den Plan geschmiedet, die S-Bahn zu nehmen, damit nicht wieder irgendso ein “moderner” Zug wegen 10 cm Schnee ausfällt.

Aber kein Schlachtplan überlebt den ersten Feindkontakt. In dem Fall war meine Naivität und meine Kaffee-Sucht mal wieder “dumm gelaufen”. Denn die Deutzer Bimmelbahn kam auf Gleis 2 und auf Gleis 3 stand der RE9 nach Siegen. Es war 08:22 und normal fährt der um 08:23 los. Noch leicht von der leichten Beute irritiert fragte ich die Schaffnerin, ob ich denn in diesen RE9 einsteigen soll, oder besser gleich die S-Bahn nehmen soll, weil das mit dem RE eh wieder nix wird.

“Neee, da stehter doch, steigen Sie ein, der ist schneller”.

Ein Fisch, ein Faß und ein Gewehr. Ich Esel in den RE9 rein, ab nach unten (da ist prima warm), nen freien 4er gefunden, Kaffeekanne raus und freute mich auf einen Kaffe. Dann hatte ich den Verschluss der Kanne in der Hand – in 2 Teilen: Ich war unschlüssig, ob die Edelstahl-Kanne oder der Kaffee selbst in diesem Moment den schmerzhafteren Verlust darstellte.

Aber wenns kommt, dann richtig: Es folgte eine Durchsage, dass der Zug aufgrund eines Lok-Defekts augenblicklich ausfällt und die Fahrgäste doch bitte aussteigen mögen. Kaffee weg, die S-Bahn auch (fährt 20 Minuten Takt) und keinen Meter weiter.

Die nächste S-Bahn kam dann 25 Minuten später und ich konnte eigentlich nur noch lachen:

Keiner kann was dafür, wenn Technik kaputt geht. Niemand kann erwarten, dass der Winter ausgerechnet im Januar kommt und es ist vollkommen abwegig, dass Menschen die Bahn nutzen, wenn der Straßenverkehr aufgrund von 10 cm Schnee zum Erliegen kommt. Auch ist es irrsinnig anzunehmen, dass bereits -1°C ausreicht, dass Wasser gefriert und selbst vor Weichen nicht halt macht. Dass auch Komponenten in Loks und Wagen kalt werden, war nicht abzusehen.

Somit mache ich der Bahn praktisch keinen Vorwurf und bin auf die unerwarteten Ereignisse morgen gespannt. Es soll ja wärmer werden – ein bisschen :P

Andererseits: Was macht man in Russland, wo es auch tagsüber -30°C ist oder in Oberbayern, wo schon mal ein Meter Schnee kommt? Schieben?

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