es war ein lustiger Tag und es verspricht besser zu werden:
1. Alexanderplatz ausgestiegen, irgendwelche Kommunisten haben gegen irgendwas demonstriert. Jede Menge Freunde und Helfer und sehr bequem aussehenden Klamotten rundum. _Ziemlich_ viele.
2. Weil die da schon mal Demo hatten, wollt ich zumindst wissen, für oder gegen was die sind. Resultat: gegen praktisch alles. Auf der “Für” Seite gab es das Beispiel eines Südamerikanischen Diktators als Vorbild für eine “zeitnah” stattfindende Revolution. Ganz große Klasse!
3. Die Demonstraten sind Richtung Brandenburger Tor weiter. Sollen sie – es gab noch ne : DEMO. Vor dem Roten Rathaus. Wieder jede Menge Freunde und Helfer. Die wollten irgendwelche Reiserechte für Flüchtlinge – ein netter Beamter (den ich zwischendurch zum Reiseführer gemacht hatte) sagte, dass es zu dem zugegeben lauen Angebot am Alex auch ein sowjetisches Ehrenmal gäbe.
4. Das Nikolaiviertel soll ja der älteste Stadtteil Berlins sein. War auf jeden Fall nett und sehenswert. Es gab ein kleines, aber nett gemachtes Hanf-Museum. Als ich andeutete aus Aachen zu stammen, wurden deren Gesichter gleich viel größer. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt..
5. Ein paar hundert Meter in Richtung amerikanischen Sektor noch ne Plastik von Karl Marx, nen Dom gibt es auch noch. Vom ehemaligen Palast der Republik (ich meine, dass die Volkskammer seinerzeit keine Probleme mit dem Asbest dadrin hatte, selbiger aber irgendwann für problematisch erklärt wurde) gab es interessanterweise noch ein paar Treppenhäuser.
6. Zurück zum sowjetischen Ehrenmal: Also mit der S-Bahn durch bunt bemalte Häuserblocks in Richtung Treptower Park. Treptow machte auf mich den Eindruck, ein Multi-Kulti Viertel zu sein, auf jeden Fall gab es neben Asia-Waren offenbar auch Dinge zu kaufen, die diese “Händler” gerne im Geheimen verkaufen.
Egal, ich genehmigte mir ein Ost-Berliner Bier und machte mich auf zum Ehrenmal. Riesiges Gelände, sehr monumental gebaut. Jede Menge Hammer und Sichel, Statuen und Zitate von Josef Stalin. Was mir direkt aufgefallen ist: täglich frische Blumen. da gibt man sich also nach wie vor richtig Mühe.
7. Zurück am Alex krakehlte irgendeine Person gründlich rum und wieder jede Menge Freund & Helfer. Ich kenne das aus Aachen so, dass da ein oder zwei Beamte hingehen und dem nen Platzverweis erteilen und gut. Aber hier gleich 3 oder 4 Wagen und auch gleich in diesen Hellgrünen Overalls.
Das aber nur am Rande, denn ich kam mit Chris und Carolyne aus Südafrika ins Gespräch. Die beiden wollten irgendeine Frei-Evangelische Kirche gründen und für Leute beten, um sie von irgendwelchem Ungemach zu heilen. War auf jeden Fall ein nettes Gespräch, vor allem konnte ich mal wieder mit natives mein Englisch aufpolieren.
Zwischendrin wieder mal der Versuch einer Demo – diesmal ging es darum, gegen den Verzehr von tierischen Produkten zu protestieren.Offenbar demonstriert man in Berlin gerne und viel und gegen alles mögliche.
8. Langsam meldete sich mein Magen mit ernsthaften Forderungen nach mehr als Fastfood und ich kaufte ein paar Sachen ein. Wieder in der (für die Woche als heimisch angesehenen) Küche angekommen etwas gekocht und die paar Bier des Tages mit nem leckeren Roten aus Südafrika aufgefrischt. Dazu noch ein kleines Wässerchen und ab in die Stadt ging es zum Tanzen.
Dort gabs erst nen leckeren Rotwein, dann eine “grüne Wiese (Blue Curacau mit nem Schuss O-Saft)” und ein leckeres Weizenbier. Das Tanzbein wurde natürlich auch zu dem einen oder anderen Grundschritt geschwungen, alles Weiterführende ist zu lange her und muss aufgefrischt werden. Egal, bin ja paar Tage hier und werde die Erinnerung schon wiedergewinnen.